Sana Kliniken Niederlausitz: Mehr als Krankenhaus

Dr. Volkmar Hanisch ist Chefarzt der Intensivmedizin und Ärztlicher Direktor der Sana Kliniken Niederlausitz. Seit vielen Jahren prägt er die Weiterentwicklung des Südbrandenburger Gesundheitsversorgers mit Herzblut, Engagement und Fachkompetenz.
SKN / Steffen RascheKrankenhäuser sind für viele Menschen vor allem eines: der Ort, an dem sie bei komplexen Beschwerden oder schweren Erkrankungen Unterstützung bei aufwändiger, spezieller Diagnostik finden. Doch moderne Medizin ist längst mehr als „gesund werden“.
Kliniken sind Orte für Innovationen und Qualifizierung, Vernetzung und Interdisziplinarität – und ein Versprechen für die Zukunft einer ganzen Region. Dr. Volkmar Hanisch, Ärztlicher Direktor der Sana Kliniken Niederlausitz, Chefarzt der Intensivmedizin und gleichzeitig Hochschulkoordinator, gestaltet diese Entwicklung seit vielen Jahren aktiv mit. Im Gespräch erklärt er, warum Medizin heute vielschichtiger geworden ist – und warum genau das ein großer Gewinn für die Lausitz ist.
Herr Dr. Hanisch, wenn Menschen an ein Krankenhaus denken, dann denken viele an Behandlung. Ist das heute noch das richtige Bild?
Es ist ein Teil des Bildes – aber längst nicht mehr das Ganze. Ein modernes Krankenhaus ist heute weiterhin in erster Linie Versorger für Patienten, Netzwerkpartner im Gesundheitssystem aber auch Ausbildungsort für verschiedene Berufsgruppen sowie Innovationsplattform. Wir behandeln nicht nur Krankheiten, wir gestalten aktiv, wie Medizin in einer Region funktioniert – heute und in Zukunft.
Was bedeutet das für die Sana Kliniken Niederlausitz?
Dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln müssen – medizinisch, strukturell und personell. Wir haben in den vergangenen Jahren viele Dinge aufgebaut und vorangetrieben: moderne technische Ausstattung, neue Behandlungspfade, zahlreiche Zertifizierungen und gleichzeitig eine sehr enge Verzahnung mit der ambulanten Medizin sowie dem Rettungsdienst. Das Ziel ist dabei immer dasselbe: den Menschen hier eine zuverlässige, breite und fachkompetente Versorgung zu bieten.
Sie sprechen die Zertifizierungen an. Warum sind die so wichtig?
Zertifizierungen sind kein Selbstzweck. Eine Zertifizierung ist ein wiederholtes freiwilliges Zulassen externer Kontrollen für innerklinische Abläufe nach festgelegten Kriterien. Einen Schwerpunkt bildet dabei auch die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken. Sie zeigen, dass wir Qualität nicht nur versprechen, sondern nach klaren Kriterien nachweisen. Und sie geben Patienten Orientierung. Für uns sind sie ein wichtiger Maßstab: Stimmen unsere Abläufe? Ist die Versorgung auf dem neuesten Stand? Arbeiten die verschiedenen Bereiche gut zusammen?
Was bedeutet das konkret für die Patienten hier in der Region?
Ganz konkret heißt das: Die Menschen können sich darauf verlassen, dass sie hier eine Versorgung auf sehr hohem Niveau bekommen. Ein Beispiel dafür ist unsere seit Jahren wiederholt re-zertifizierte Stroke Unit. Damit sind wir eines der wenigen Krankenhäuser in Südbrandenburg, das – neben der Universitätsmedizin – eine spezialisierte Schlaganfallversorgung vorhält.
Ein anderes Beispiel ist das Alterstraumazentrum. Dahinter steckt ein wichtiger Gedanke: Wir dürfen Diagnosen nicht isoliert betrachten. Insbesondere ältere Patienten brauchen eine ganzheitliche Betreuung. Es geht nicht nur um einzelne Therapien, sondern um den gesamten Behandlungsverlauf und das interdisziplinär und abteilungsübergreifend.

Engagiert für den Nachwuchs: Dr. Volkmar Hanisch bei der Visite mit Ärzten in Weiterbildung beim IPSTA Projekt.
SKN / Steffen RascheWas verändert sich dadurch in der täglichen Zusammenarbeit im Krankenhaus?
Wir vernetzen unsere Fachbereiche immer stärker miteinander. Ob im Wirbelsäulenzentrum oder in der Herzinsuffizienz-Schwerpunktversorgung, als regionaler Schwerpunktversorger im Traumanetzwerk oder im Endoprothetikzentrum – überall geht es darum, Medizin im Interesse der Patienten und des Behandlungserfolges zusammenzudenken. Gleichzeitig schauen wir nach vorn, etwa mit der Weiterentwicklung in Richtung Cardiac Arrest Center. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen kontinuierlich vorankommen – nicht punktuell, sondern als System.
Sie sind Intensivmediziner. Gibt es ein Bild aus Ihrem Alltag, das beschreibt, wie moderne Medizin funktioniert?
Ja, durchaus. In der Intensivmedizin geht es darum, viele Faktoren gleichzeitig im Blick zu behalten – Kreislauf, Atmung, Infektionen, Organfunktionen. Alles greift ineinander und beeinflusst sich gegenseitig.
Und das lässt sich auf das gesamte Krankenhaus übertragen?
Ganz genau. Ein modernes Krankenhaus funktioniert wie ein komplexes System: Viele Bereiche greifen ineinander. Wenn ein Teil nicht optimal funktioniert, hat das Auswirkungen auf das Ganze. Deshalb ist Zusammenarbeit heute so entscheidend.
Ein wichtiger Teil dieses Systems ist die Ausbildung. Sie engagieren sich stark für den medizinischen Nachwuchs. Warum?
Weil gute Medizin immer von den Menschen abhängt, die sie machen. Wir sind seit mehr als zehn Jahren Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Brandenburg und haben ein sehr strukturiertes Curriculum für Studierende im Praktischen Jahr aufgebaut. Dafür und für die guten Bedingungen im Haus wurden wir auch mit dem Siegel „Faires PJ“ ausgezeichnet. Ausbildung ist für uns kein Nebenthema, sondern ein Zukunftsthema und damit ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit.
Mit der Interprofessionellen Ausbildungsstation IPSTA haben Sie ein besonderes Format etabliert. Was steckt dahinter?
IPSTA ist im Grunde ein Reallabor für die interprofessionelle Zusammenarbeit im Krankenhaus. Ärzte in Weiterbildung, Studierende und angehende Pflegefachkräfte lernen gemeinsam, wie moderne Versorgung funktioniert – praxisnah und interdisziplinär.
Warum ist genau dieses gemeinsame Lernen so wichtig?
Weil Medizin heute Teamarbeit ist. Niemand arbeitet mehr isoliert. Gute Versorgung entsteht immer im Zusammenspiel verschiedener Berufsgruppen. Und genau das muss man lernen – nicht theoretisch, sondern im Alltag.
Ein weiteres großes Thema bestimmt derzeit die Krankenhauswelt: die Ambulantisierung. Wie verändert sie die Medizin?
Sehr stark. Viele Behandlungen, die früher stationär erfolgt sind, können heute ambulant durchgeführt werden. Das ist für Patienten oft angenehmer und medizinisch sinnvoll, denn durchdachte Konzepte mit schonenden Operationsverfahren, modernste Medizintechnik, besser verträgliche Sedierungen und individuelles Schmerzmanagement verringern die Risiken für Komplikationen und fördern eine schnellere Genesung im gewohnten Umfeld zu Hause.
Was bedeutet das konkret für Ihre Arbeit als Krankenhaus?
Dass wir noch enger mit niedergelassenen Ärzten zusammenarbeiten und neue Versorgungswege schaffen. Wir werden schneller, agiler und entlassen Patienten, deren Gesundheitszustand es zulässt bereits am Abend nach der Aufnahme gleich wieder nach Hause. Wir bauen deshalb gezielt ambulante Strukturen aus und entwickeln unsere Angebote weiter.
Sie arbeiten selbst eng mit niedergelassenen Kollegen zusammen. Wie wichtig ist dieses Netzwerk?
Es ist unverzichtbar. Gute Medizin beginnt und endet nicht an der Krankenhaustür. Der Austausch mit Hausärzten und Fachärzten ist entscheidend – für Vorsorge, Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Nur wenn diese Zusammenarbeit funktioniert, entsteht wirklich gute Versorgung. In dieser Aufzählung habe ich aber den wesentlichsten Akteur bisher nicht genannt. Den einzelnen Menschen, der seine Eigenfürsorge für die Gesundheit sehr ernst nehmen sollte.
Das Krankenhaus hat in den vergangenen Jahren vor allem in Technik und neue Verfahren investiert. Was hat sich hier in den letzten Jahren verändert?
Wir haben unsere technische Ausstattung gezielt weiterentwickelt – zum Beispiel durch moderne Bildgebung und leistungsfähige Angiographie-Technik, neue Monitoring-Systeme und neue Krankenhausbetten. Aber es reicht natürlich nicht diese Geräte zu haben, zu betreiben sondern sie müssen auch in ein Behandlungssystem eingebunden werden.
Und was bedeutet das für die Behandlung der Patienten?
Dass Diagnostik schneller, präziser und oft auch schonender möglich ist. Gleichzeitig entwickeln wir Behandlungspfade weiter – etwa durch Fast-Track-Verfahren oder den Ausbau ambulanter Operationsstrukturen. Das sind Entwicklungen, die man nicht immer direkt sieht, die aber einen großen Unterschied machen.

Seite an Seite für die Zukunft: SKN-Geschäftsführer Marc Bernstädt (l.) und Dr. Volkmar Hanisch.
SKN / Steffen RascheWenn man Ihnen zuhört, entsteht der Eindruck: Medizin ist ein permanenter Entwicklungsprozess. Sind wir da schon am Ziel – oder eher mittendrin?
Ganz klar mittendrin. Medizin entwickelt sich ständig weiter. Die eigentliche Herausforderung ist nicht nur, neue Möglichkeiten zu schaffen, sondern sie auch für die Menschen verständlich und zugänglich zu machen.
Wenn Sie von außen auf die Sana Kliniken Niederlausitz blicken: Was sollten die Menschen in der Lausitz heute über „ihr“ Krankenhaus unbedingt wissen?
Dass hier jeden Tag weit mehr passiert, als viele sehen. Ein Krankenhaus ist ein hochkomplexes System aus Menschen, Wissen, Technik und Zusammenarbeit. Es geht nicht nur darum, Krankheiten zu behandeln, sondern darum, Gesundheitsversorgung regional zu organisieren und zukunftssicher zu gestalten. Und ich finde, darauf kann die Region auch ein Stück stolz sein. Denn das gelingt nur, wenn viele engagierte Menschen gemeinsam daran arbeiten – Tag für Tag. Unser Anspruch ist es, genau das zu leisten: moderne Medizin auf hohem Niveau, hier vor Ort, für die Menschen in der Lausitz.
Zum Abschluss eine persönliche Frage: Würden Sie sich selbst in den Sana Kliniken Niederlausitz behandeln lassen?
Ja – und das haben ich und meine Angehörigen tatsächlich schon. Und ich kann ganz ehrlich sagen: Ich habe mich zu jedem Zeitpunkt gut aufgehoben gefühlt. Nicht nur fachlich, sondern auch menschlich. Man erlebt dann selbst, wie wichtig eingespielte Abläufe sind, wie aufmerksam Teams miteinander arbeiten und wie viel Sicherheit das gibt. Gerade aus dieser Perspektive bestätigt sich für mich noch einmal, was wir hier jeden Tag leisten. Ich habe großes Vertrauen in unsere Teams – und genau dieses Vertrauen möchte ich auch den Menschen in der Region mitgeben.
Medizin verstehen
Krankenhaus heute mehr als ein Behandlungsort
Ein Krankenhaus ist heute weit mehr als ein Gebäude mit Stationen und Operationssälen. Es ist ein Ort, an dem Wissen entsteht, weitergegeben und angewendet wird. Hier werden junge Ärztinnen und Ärzte ausgebildet, Pflegekräfte qualifiziert und neue Behandlungsmethoden erprobt. Moderne Technik und medizinische Erfahrung greifen ineinander. Gleichzeitig arbeiten Krankenhäuser eng mit niedergelassenen Ärzten, Therapeuten und weiteren Partnern zusammen.
Diese Entwicklung steht nicht für sich allein. Mit der Krankenhausreform und der Neuordnung der medizinischen Versorgung verändert sich das gesamte System. Behandlungen werden stärker gebündelt, ambulante Angebote ausgebaut und die Zusammenarbeit zwischen Klinik und Praxis weiter gestärkt.
Für die Menschen in der Lausitz bedeutet das: Medizin findet nicht nur im Notfall statt – sie ist Teil eines Netzwerks, das sie ein Leben lang begleitet. Die Sana Kliniken Niederlausitz zeigen, wie dieser Anspruch in der Praxis umgesetzt wird: mit klaren Strukturen, hoher Qualität und dem Ziel, moderne Medizin auch im ländlichen Raum zugänglich zu machen.
Zur Person
Dr. med. Volkmar Hanisch ist Ärztlicher Direktor der Sana Kliniken Niederlausitz und Chefarzt des Zentrums für interdisziplinäre Intensivmedizin und Anästhesie. Als Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie mit Zusatzqualifikationen in internistischer Intensivmedizin, klinischer Akut- und Notfallmedizin sowie Palliativmedizin prägt er seit vielen Jahren die akut- und intensivmedizinische Versorgung in der Niederlausitz maßgeblich und ist standortübergreifend eng in die Notfallversorgung eingebunden. Er ist seit vielen Jahren am Standort tätig und gestaltet die medizinische Entwicklung der Sana Kliniken Niederlausitz bereits seit Zeiten des früheren Klinikums Niederlausitz maßgeblich mit. Seit 2022 ist er Ärztlicher Direktor.
Als Hochschulkoordinator engagiert er sich besonders für die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses. Die Sana Kliniken Niederlausitz sind seit über zehn Jahren Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Brandenburg und wurden für ihr strukturiertes Ausbildungskonzept mit dem Zertifikat „Faires PJ“ ausgezeichnet.
Mit Initiativen wie dem interprofessionellen Ausbildungsprojekt IPSTA treibt Dr. Volkmar Hanisch die praxisnahe Zusammenarbeit von Medizin, Pflege und Wissenschaft aktiv voran.
Als Intensivmediziner steht für ihn eine vernetzte, ganzheitliche Versorgung im Mittelpunkt – von der Notfallaufnahme bis zur spezialisierten Behandlung.
Sicher versorgt
Die Sana Kliniken Niederlausitz stehen für eine wohnortnahe Medizin - von der Geburt bis ins hohe Alter. Sicher. Zuverlässig. Nah am Menschen.
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