Sana-Herzzentrum Cottbus: Große Herzmedizin. Kleine Schnitte.

Millimetergenaue Präzision: Dr. Sören Just, Leitender Oberarzt Herzchirurgie am Cottbuser Herzzentrum, hat einem 51-jährigen Patienten aus Guben mit einem innovativen OP-Verfahren und einem starken Team das Leben gerettet.
SHC/ RascheSeit Jahrzehnten galt bei vielen großen Herzoperationen ein Zugang als Standard: der Schnitt in der Mitte des Brustkorbs, die Durchtrennung des Brustbeins, der direkte Weg zum Herzen. Medizinisch sicher und bewährt – für Patienten aber oft verbunden mit einem längeren Genesungsweg.
Musste die Aortenklappe als das Tor vom Herzen in den Körperkreislauf ersetzt werden war schnell klar: Brustkorb eröffnen. Das Brustbein durchtrennen. Zugang zum Herzen verschaffen. Die Wunde war groß. Die Schmerzen danach oft erheblich. Und der Weg zurück in den Alltag lang. Für viele Patienten war damit nicht nur die Diagnose ein Schock, sondern auch die Vorstellung von dem, was danach kommen würde: Wochen der Schonung. Angst vor Schmerzen. Unsicherheit, ob der Körper wieder so belastbar wird wie vorher.
Heute verändert moderne Herzchirurgie genau diese Erfahrung. Am Sana-Herzzentrum Cottbus kann der Ersatz der Aortenklappe bei geeigneten Patienten über einen besonders schonenden seitlichen Zugang erfolgen. Kleine Schnitte statt großer Wunden. Kein Durchtrennen des Brustbeins. Keine abgetrennte Rippe. Weniger Belastung für den Körper. Und im besten Fall eine Entlassung bereits wenige Tage nach der Operation. Beim 51-jährigen Matthias Voigt aus Guben waren es fünf Tage.
Wenn das Herz gegen die eigene Klappe arbeitet
Begonnen hatte es schleichend. Fast nicht zu bemerken – außer bei Touren bergauf mit dem Rad. Weniger leistungsfähig, knappe Luft bei Dingen, die früher selbstverständlich waren. Für Matthias Voigt der Moment in dem klar war: Hier stimmt etwas nicht. Viele Menschen kennen solche Momente. Und viele erklären sie sich zunächst anders. Mit dem Alter. Mit schlechter Kondition. Mit Stress. Dabei kann genau dahinter eine ernste Erkrankung der Aortenklappe stecken. So wie beim 51-jährigen Gubener. Ein Check-Up brachte Klarheit: Die Klappe ist hochgradig verkalkt.
Die Aortenklappe ist eine der wichtigsten Türen des Herzens. Sie sitzt zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader. Bei jedem Herzschlag öffnet sie sich, damit sauerstoffreiches Blut in den Körper strömen kann. Ist diese Klappe verkalkt oder verengt, muss das Herz gegen einen immer größeren Widerstand pumpen. Es arbeitet mehr. Aber es schafft weniger. Luftnot, Druck auf der Brust, Schwindel, schnelle Erschöpfung und nachlassende Belastbarkeit sind typische Folgen. Im fortgeschrittenen Stadium kann daraus eine lebensbedrohliche Erkrankung werden.

Moment der Wahrheit: Am Ende wird es still im OP. Alle Augen richten sich auf das wenige Zentimeter große OP-Feld.
SHC/ Steffen Rasche„Die Aortenklappenstenose ist eine der häufigsten Herzklappenerkrankungen des höheren Lebensalters“, sagt Prof. Dr. Dirk Fritzsche, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Herzchirurgie am Sana-Herzzentrum Cottbus. „Sie entwickelt sich oft über Jahre. Für die Betroffenen wird sie aber spätestens dann spürbar, wenn das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpen kann. Dann geht es nicht mehr um ein bisschen weniger Belastbarkeit. Dann geht es um Lebensqualität, Sicherheit und manchmal auch um Leben und Tod.“ Bei Matthias Voigt war der Befund nach dem Check-Up eindeutig. Die Aortenklappe musste ersetzt werden.
Fortschritt beginnt nicht erst im OP
Das Sana-Herzzentrum Cottbus steht seit mehr als 30 Jahren für spezialisierte Herzmedizin in Südbrandenburg. Mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung. Hoch spezialisierte Teams. Enge Zusammenarbeit von Herzchirurgie, Kardiologie, Anästhesie, Pflege, Intensivmedizin und Nachsorge. Und dem Anspruch, moderne Verfahren nicht nur zu beherrschen, sondern sie für
Patienten nützlich einzusetzen. Dieser Anspruch prägt auch die Entwicklung der minimalinvasiven Herzchirurgie in Cottbus. Bereits 2013 wurde in Cottbus erstmals eine defekte Aortenklappe über einen minimalinvasiven Zugang ersetzt, ohne dass das Brustbein durchtrennt werden musste. Damals reichte ein kleiner Schnitt rechts über der dritten Rippe. Für die Herzchirurgie war das ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung. Für die Patienten vor allem ein Versprechen: Eine große Herzoperation muss nicht zwangsläufig einen großen Schnitt bedeuten. Heute geht das Team den nächsten Schritt.
Der Zugang ist weiter nach außen an den Brustkorb gerückt. Noch kleiner. Noch schonender. Noch günstiger für die Erholung nach dem Eingriff. „Unsere Aufgabe ist es, Herzchirurgie weiterzuentwickeln, ohne an Sicherheit zu verlieren“, sagt Prof. Dr. Dirk Fritzsche. „Das gelingt nur, wenn Erfahrung, Technik und Teamarbeit zusammenkommen. Wir fördern ausdrücklich, dass unsere Ärzte Verfahren weiterdenken, sich spezialisieren und neue operative Möglichkeiten verantwortungsvoll in die Versorgung bringen. Davon profitieren am Ende vor allem unsere Patienten.“
Kleine Schnitte. Große Wirkung.
Operiert wurde Matthias Voigt vom Leitenden Oberarzt der Herzchirurgie am Sana-Herzzentrum Cottbus, Dr. Sören Just. Seit September 2008 arbeitet er am Herzzentrum. Seitdem hat er erlebt und mitgestaltet, wie sich Herzchirurgie verändert hat: weg von immer größeren Zugängen, hin zu Verfahren, die den Körper schonen, Schmerzen reduzieren und Patientinnen und Patienten schneller wieder auf die Beine bringen. Er arbeitet seit vielen Jahren mit minimalinvasiven Zugängen zum Aortenklappenersatz und hat entsprechende Eingriffe inzwischen mehr als 250 Mal durchgeführt.
„Früher war der entscheidende Fortschritt, dass wir das Brustbein nicht mehr vollständig öffnen mussten“, sagt Dr. Sören Just. „Heute liegt der Schnitt noch weiter seitlich. Er ist kleiner, kosmetisch günstiger und für den Körper weniger belastend.“
Der Unterschied ist für die hilfesuchenden Patienten gut nachvollziehbar. Beim klassischen Zugang über das Brustbein entsteht eine große zentrale Wunde. Das Brustbein muss wieder stabil verheilen. Alltägliche Bewegungen wie Aufstehen, Husten, Drehen oder das Abstützen mit den Armen können in der ersten Zeit schmerzhaft und eingeschränkt sein. Der Körper braucht Zeit. Viel Zeit. Beim modernen seitlichen Zugang bleibt das Brustbein unversehrt. Es muss keine Rippe mehr abgetrennt werden. Auch die Brustwandarterie kann erhalten bleiben. Damit bleibt die arterielle Durchblutung des Knochens geschützt.

Die mechanische Ersatzklappe wird mit absoluter Präzision für ihren Einsatz im Körper des 51-jährigen Gubeners vorbereitet. Für den Rest seines Lebens wird die Klappe Matthias Voigt aus Guben begleiten.
SHC / Steffen Rasche„Weniger Trauma bedeutet häufig weniger Schmerzen und eine schnellere Mobilisation“, erklärt Dr. Sören Just. „Wenn der Verlauf stabil ist, kann ein Patient nach einem solchen Eingriff theoretisch bereits am dritten oder vierten Tag nach Hause gehen.“ Beim 51-jährigen Gubener Matthias Voigt war genau das möglich. „Ich hatte natürlich Angst vor einer Herzoperation“, sagt er. „Man denkt sofort an einen riesigen Eingriff. Aber ich war überrascht, wie schnell ich wieder auf den Beinen war. Nach wenigen Tagen hatte ich das Gefühl: Es geht wieder vorwärts.“
Innovationskraft trifft auf Anspruch
Dass ein Aortenklappenersatz über einen so kleinen Zugang möglich wird, ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis einer Entwicklung, die über Jahre gewachsen ist. Die Erfahrung mit früheren minimalinvasiven Zugängen bildet dabei bis heue die Grundlage. Neue Instrumente ermöglichen inzwischen präzises Arbeiten auf engem Raum. Moderne Hilfsmittel, etwa spezielle Knotensysteme, erleichtern operative Schritte in der Tiefe. Hinzu kommen neue Klappengenerationen, die sich sicher im vorbereiteten Klappenring verankern lassen – zum Beispiel, indem sie mittels Ballon entfaltet werden. Für Laien klingt das nach Technik. Für die schwerkranken Patienten bedeutet das aber vor allem eines: Eine hochkomplexe Operation kann schonender werden. Und der seitliche Zugang eröffnet weitere Perspektiven.
Nach entsprechender Einarbeitung können über diesen Schnitt nicht nur einzelne Aortenklappeneingriffe, sondern auch komplexere Doppelklappen- oder Dreifachklappeneingriffe möglich werden. Doppelklappen- oder Dreifachklappeneingriffe sind besonders anspruchsvolle Operationen, bei denen nicht nur eine, sondern zwei oder sogar drei Herzklappen in einem Eingriff behandelt werden. Das kann notwendig werden, wenn mehrere Klappen verengt oder undicht sind und das Herz dadurch zusätzlich belastet wird. Dass solche komplexen Eingriffe perspektivisch ebenfalls über kleinere Zugänge möglich werden können, zeigt, wie stark sich die moderne Herzchirurgie weiterentwickelt. Das macht die Methode nicht zu einer Standardlösung für alle. Aber zu einem wichtigen Baustein moderner Herzchirurgie, die im Sana-Herzzentrum Cottbus jeden Tag zum Einsatz kommt.
„Nicht jeder Patient ist für jeden Zugang geeignet“, erklärt Prof. Dr. Dirk Fritzsche. „Wir entscheiden immer individuell. Anatomie, Befund, Begleiterkrankungen und Operationsziel müssen zusammenpassen. Der kleinere Schnitt ist nur dann der richtige Weg, wenn er auch medizinisch der richtige Weg ist.“
Ausgezeichnete Herzmedizin für Südbrandenburg
Genau diese Verbindung aus Erfahrung, Spezialisierung und verantwortungsvoller Innovation prägt das Sana-Herzzentrum Cottbus. Das Haus wurde vor wenigen Tagen als bestes Krankenhaus Deutschlands in der Kategorie 50 bis 150 Betten in der gesamten Bundesrepublik ausgezeichnet. Die Fachabteilungen Herzchirurgie und Kardiologie gingen aus der Studie „Deutschlands beste Krankenhäuser“ als Sieger hervor.

Das nur wenige Zentimeter große OP-Feld bietet gerade ausreichend Platz, um die neue Herzklappe an Ort und Stelle zu platzieren. Eine Meisterleistung, die nur erfahrenste Herzchirurgen bewältigen können.
SHC / Steffen RascheFür den Ärztlichen Direktor sind solche Auszeichnungen Anerkennung und Verpflichtung zugleich: „Wir verstehen uns als Partner Nummer eins für Herzgesundheit in Südbrandenburg – mit einer Strahlkraft weit über die Region hinaus“, sagt er. „Unsere Patienten sollen hier Zugang zu Herzmedizin auf höchstem Niveau haben. Dazu gehört die klassische Herzchirurgie ebenso wie moderne minimalinvasive und kathetergestützte Verfahren. Entscheidend ist nicht, was spektakulär klingt. Entscheidend ist, was dem Patienten hilft.“
Bei Matthias Voigt half der kleine seitliche Zugang dabei, schneller wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu bekommen. Wenige Tage nach der Operation konnte er das Herzzentrum verlassen. Die neue Aortenklappe arbeitete zuverlässig. Die Mobilisation war gut. Der erste große Schritt zurück in den Alltag war gemacht. „Ich habe gemerkt, dass mein Herz wieder kann, was vorher nicht mehr ging“, sagt er. „Das gibt Sicherheit. Und es macht Mut.“
Zurück ins Leben. Schneller als früher.
Eine Herzoperation bleibt eine Herzoperation. Sie ist kein kleiner Eingriff. Sie braucht höchste Konzentration, Erfahrung und ein Team, bei dem jeder Handgriff sitzt. Aber moderne Herzchirurgie kann heute vieles anders machen als früher. Weniger große Wunden. Weniger Belastung. Weniger Schmerz. Schnellere Erholung.
Am Sana-Herzzentrum Cottbus zeigt der laterale Zugang zum Aortenklappenersatz, wohin sich moderne Herzchirurgie entwickelt, wenn Innovation auf den Anspruch trifft, jeden Tag ein Stück besser zu werden: große Eingriffe werden präziser, schonender und für Patienten besser verkraftbar. Der Schnitt wird kleiner. Die Belastung sinkt. Die Erholung beginnt früher.
Große Herzmedizin. Kleine Schnitte. Und die Chance, nach einer schweren Diagnose schneller wieder dort anzukommen, wo das Leben weitergeht: zu Hause.
Profis fürs Herz
Seit mehr als 30 Jahren steht das Cottbuser Herzzentrum für Spitzenmedizin und Herzgesundheit in der Lausitz. Die Klinik ist mehrfach ausgezeichnet für ihre herausragende Behandlungsqualität und wurde zuletzt sogar bundesweiter Kategoriesieger in der Studie „Deutschlands beste Krankenhäuser“ des FAZ-Instituts.
Sana-Herzzentrum Cottbus
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