isaneo - Plastische, Ästhetische & Handchirurgie: "Wir fühlen uns verantwortlich"

Dr. Milena Dettmer (links) und Dr. Isabel Reisenauer.
isaneoStichwort „Schönheitschirurgie“: Erleben Sie Berührungsängste mit Ihrem Fachbereich?
Milena Dettmer: Unter dem Begriff „Schönheitschirurgie“ werden oft nur bestimmte Aspekte verstanden, das wird unserem komplexen Fachgebiet nicht gerecht. Gerade im ästhetischen Bereich gibt es Hemmungen, über eigene Wünsche oder Unzufriedenheiten offen zu sprechen. Viele Menschen tragen ihre Anliegen lange mit sich herum, bevor sie einen Beratungstermin vereinbaren. Die vitawell bietet die Möglichkeit, niedrigschwellig ins Gespräch zu kommen, Informationen zu erhalten und sich ohne Verpflichtung zu öffnen. Das hilft, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Isabel Reisenauer: Genau. In der Handchirurgie oder bei rekonstruktiven Eingriffen nach Verletzungen gibt es kaum Hemmungen, weil hier ein klares medizinisches Problem vorliegt. Anders ist es bei ästhetischen Themen wie Brustverkleinerungen oder Schamlippenkorrekturen. Manche ältere Patientinnen berichten, dass ein solcher Eingriff früher undenkbar gewesen wäre – aus Angst vor gesellschaftlicher Ablehnung oder weil es als „unnötig“ galt. Viele leiden jedoch ihr Leben lang unter den Beschwerden. Erst heute, wo das Thema weniger tabuisiert wird, trauen sie sich, Hilfe zu suchen. Viele Frauen erhalten von ihren Gynäkologen wenig Verständnis oder Unterstützung. Das führt dazu, dass Betroffene ihre Probleme jahrelang verdrängen.
Sind bestimmte Eingriffe besonders tabuisiert sind?
Reisenauer: Ja, neben Schamlippenkorrekturen sind auch Brustverkleinerungen und Lidstraffungen Themen, über die nicht offen gesprochen wird. Viele Patientinnen fragen sich, wie lange die Spuren eines Eingriffs sichtbar sind und planen das diskret. Es gibt leider immer noch viele Vorurteile, gerade gegenüber Frauen, die sich für ästhetische Eingriffe entscheiden. Das führt dazu, dass viele ihre Entscheidung geheim halten.
Wie gehen Sie mit sehr ausgefallenen Patientenwünschen um? Gibt es für Sie eine Grenze?
Dettmer: Für uns steht die medizinische Vertretbarkeit im Vordergrund. Natürlich spielen persönliche Vorlieben eine Rolle, aber wir wägen immer ab, was für den Patienten oder die Patientin langfristig sinnvoll und vertretbar ist. Bei sehr jungen Patientinnen, die etwa sehr große Brustimplantate wünschen, lehnen wir das ab, weil wir wissen, welche Komplikationen langfristig auftreten können. Unsere Aufgabe ist es, ehrlich und umfassend zu beraten, Risiken zu erklären und auch einmal einen moderateren Weg zu empfehlen. In wenigen Fällen müssen wir gänzlich von einer Behandlung abraten.
Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Reisenauer: Wir sind ausgebildete Fachärztinnen für plastische und ästhetische Chirurgie und bringen langjährige klinische Erfahrung mit. Das heißt, wir kennen nicht nur die „schönen“ Seiten, sondern auch die Komplikationen und Risiken. Für uns sind die Patientinnen und Patienten keine „Kunden“ im klassischen Sinne – wir fühlen uns für sie verantwortlich und wollen helfen, und nicht einfach nur Wünsche erfüllen. Die medizinische Ausbildung prägt unseren Umgang mit unseren Patientinnen, jeden Tag.

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