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: Profi-Hilfe nach dem Skiunfall

Lausitzer Spezialist für Gelenke: Mit Kreuzband-Plastiken gibt Senftenberger Gelenkchirurg Knien wieder Halt.
Von
Christiane Noack-Klein und Benjamin Seidemann
Sana Kliniken Niederlausitz
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Anhand eines Modells erklärt Dr. Heiko Richter Patienten anschaulich, wie die Kreuzbandplastik eingesetzt und dem Knie nach einer Ruptur neue Stabilität geben kann.

Anhand eines Modells erklärt Dr. Heiko Richter Patienten anschaulich, wie die Kreuzbandplastik eingesetzt und dem Knie nach einer Ruptur neue Stabilität geben kann.

SKN / Steffen Rasche

Winterferien sind Wintersportzeit. Doch nicht selten endet die Abfahrt auf der Piste nicht beim fröhlichen Aprés Ski, sondern beim Arzt. Die Spezialisten der Senftenberger Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Neurotraumatologie und Wirbelsäulenchirurgie reparieren kaputte Gelenke und gebrochene Knochen.

Eines der Spezialgebiete von Dr. Heiko Richter, Leitender Oberarzt der Klinik, sind Kreuzband-plastiken. Mit Knowhow und Erfahrung gibt er Knien so wieder Stabilität. Schlüsselbeinfrakturen, ausgerenkte Schultergelenke, gebrochene Oberarme und Handgelenke oder verrenkte Ellbogen gehören zu den Klassikern unter den Wintersportverletzungen.

Beim Skifahren - wie auch beim Fußballspielen - trifft es außerdem nicht selten das vordere Kreuzband, weil das Bein zu stark gedreht oder in die ungewohnte X-Bein-Stellung gebracht wird. Wenn das vordere Kreuzband unter solchen Belastungen anreißt oder komplett zerreißt, verliert das Gelenk seine Stabilität.

Verzögerter Schmerz und Schwellung

„Patienten mit einer Kreuzbandruptur kommen manch-mal sogar noch den Hang hinunter. Aber spätestens nach 30 Minuten schwillt das Knie an und der Schmerz schießt ein“, weiß Dr. Heiko Richter, Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Neurotraumatologie und Wirbelsäulenchirurgie in Senftenberg.

Eine Kreuzbandruptur geht häufig mit einer kombinierten Verletzung am Schienbeinkopf oder an der Oberschenkelrolle sowie Verletzungen am Meniskus und den Seitenbändern einher. „Die erste Untersuchungs-maßnahme ist zunächst eine Röntgenaufnahme. Wenn keine Knochenbrüche vorliegen, folgt häufig ein MRT. Ist das Knie stark angeschwollen, hilft eine Punktion“, erklärt Dr. Heiko Richter. Knochenbrüche sollten frühzeitig definitiv versorgt werden.

Andere Verletzungen können oft verzögert behandelt werden. Zunächst sollte gekühlt und ausreichend Schmerzmittel eingenommen werden.

Akute Entzündungsphase abwarten

„Erbringt die weitere Diagnostik dann einen Kreuzbandriss, muss nicht zwangsläufig sofort operiert werden. In diesem Fall würde ich eher zu einer heimatnahen Versorgung raten. Das spart auf der einen Seite Kosten und ermöglicht auf der anderen Seite den Mitreisenden, ihren Urlaub noch weiter zu genießen. Mit den Gehstützen und einer Kniebandage muss man sich allerdings arrangieren. Allerdings zwingt eine vordere Kreuzbandruptur auch nicht zur Eile.

Die Sofort- oder frühzeitige Versorgung bleibt häufig den Leistungssportlern vorbehalten, weil es für sie keine vernünftige Alternative gibt“, sagt der erfahrene Gelenkchirurg. Die überwiegende Zahl der Kreuzbandpatienten wird verzögert operiert. Zunächst soll die akute Entzündungsphase abklingen, Schwellung und Überwärmung des Knies müssen zurückgegangen sein.

In dieser Phase, die sich über vier bis sechs Wochen erstreckt, kann eine Physiotherapie helfen, die freie Beweglichkeit des Knies zurückzuerlangen. In dieser Entzündungsphase sollte möglichst nicht operiert werden, da es zu einer Arthrofibrose kommen kann.

Ausführliche Beratung vor einer möglichen OP

Regelmäßig berät Dr. Heiko Richter Patienten mit einem Kreuzbandriss ausführlich, ob eine Operation notwendig oder verzichtbar ist: „Wir benötigen das Kreuzband für das normale Geradeauslaufen oder Fahrradfahren nicht. Es ist wichtig, genau zu schauen, wie stark der Patient beeinträchtig ist, wie sehr er eine Instabilität spürt, wie alt er ist und welche Ansprüche er an Sport und andere Hobbys hat.“

Durch eine Spiegelung des Knies bekommt der Facharzt zusätzlich zum MRT, zur Anamnese und diversen Bewegungstests Klarheit. Dafür wird über einen winzigen Schnitt am Knie eine Mini-Kamera eingeführt. Mit ihrer Hilfe kann der Chirurg den Zustand der Knochen, Bänder und Co. genau beurteilen. Finden sich bei der Spiegelung weitere Verletzungen, zum Beispiel an den Menisken, werden diese mitversorgt.

Für die eigentliche Kreuzbandrekonstruktion wird eine Sehne von der Innenseite des Oberschenkels über einen kleinen Schnitt entnommen. Manchmal wird allerdings auch eine zweite Sehne benötigt, damit das zukünftige Kreuzbandtransplantat die nötige Stärke hat. Das vordere Kreuzband hat im Durchschnitt einen Durchmesser von acht bis zehn Millimetern. Um das zu erreichen, werden die Sehnen zu einem Vierfachstrang aufbereitet.

Ist das Transplantat aufbereitet, wird unter Hilfe von speziellen Zielinstrumenten ein Loch in den Oberschenkelknochen und das Schienbeinplateau gebohrt. In diese Löcher wird dann das Transplantat eingezogen und unter Verwendung von Titanclip und selbstauflösenden Schrauben fixiert. Die gesamte Operation erfolgt minimal-invasiv, also als sogenannte Schlüsselloch-OP, unter permanenter Spülung mit Kochsalzlösung.

Hilfestellung mit Nachbehandlungsschema

Nach dem rund einstündigen Eingriff werden die Patienten in der Regel noch für eine Nacht stationär versorgt, erhalten Kühlung und Schmerzmittel. Beides ist dann auch noch in den kommenden Tagen zu Hause notwendig. „Die Patienten erhalten von uns ein Nachbehandlungsschema“, erklärt der Arzt.

Rund eine Woche darf das Bein, das zusätzlich mit einer Orthese gestützt wird, nicht belastet werden. Danach geht es Stück für Stück mit Unterstützung durch eine Physiotherapie über die Teilbelastung in Richtung Vollbelastung. „Ideal sind zwei- bis dreimal Physiotherapie pro Woche. Je intensiver die Nachbehandlung am Anfang erfolgt, desto schneller stellen sich Erfolge ein“, sagt der Gelenkexperte.

Das erste Etappenziel nach rund sechs Wochen heißt: beschwerdefrei laufen und bis zu 90 Grad beugen. Danach stehen der Muskelaufbau und die Feinkoordination im Fokus. „Die Nachbehandlung erstreckt sich über rund zwölf Wochen. Bis zur Rückkehr zu einer Sport- und Wettkampfbelastung dauert es etwa neun Monate. Der Umbauprozess im Knie braucht diese Zeit, schließlich wollen wir ja, dass das Implantat fest im Knie verwächst“, mahnt der Gelenkexperte Dr. Heiko Richter Betroffene nach einer Verletzung zur notwendigen Geduld.

KONTAKT

Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Neurotraumatologie und Wirbelsäulenchirurgie Krankenhausstraße 10
01968 Senftenberg
Experten-Sprechstunde Gelenkchirurgie
Dr. Heiko Richter
donnerstags, 13 bis 15 Uhr und nach Vereinbarung
Anmeldung: (03573) 75-2050
sana.de/niederlausitz