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: Hilfe in der Allergiezeit gibt’s um die Ecke

Allergologische Sprechstunde für Kinder und Jugendliche startet im Frühsommer im Krankenhaus Lauchhammer.
Von
Christiane Noack-Klein und Benjamin Seidemann
Sana Kliniken Niederlausitz
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Auf der Suche nach Allergie-Auslösern: Chefärztin und Allergologin Dr. Carolin Stegemann nimmt sich Zeit für junge Patienten mit Allergie-Beschwerden. In der neuen Spezialsprechstunde bekommen betroffene Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern umfassende Beratung und Begleitung auf ihrem Behandlungsweg.

Auf der Suche nach Allergie-Auslösern: Chefärztin und Allergologin Dr. Carolin Stegemann nimmt sich Zeit für junge Patienten mit Allergie-Beschwerden. In der neuen Spezialsprechstunde bekommen betroffene Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern umfassende Beratung und Begleitung auf ihrem Behandlungsweg.

SKN/ Steffen Rasche

Der Frühling ist da und mit ihm startet die Heuschnupfensaison. Triefende Nasen, verquollene Augen und juckende Haut plagen nicht nur Erwachsene. Auch viele Kinder leiden bereits unter Allergien. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Lauchhammer bietet ab dem Frühsommer eine allergologische Spezialsprechstunde. Hier gibt es professionelle Beratung und Behandlung für junge Patienten mit Allergien auf Baum-, Gräser- und Kräuterpollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze und Tierhaare, aber auch Nahrungsmittel und Insektengifte.

Seit Jahren steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die an einer oder mehreren Allergien leiden. „Es ist ein Mythos, dass Kleinkinder noch keine Allergien entwickeln können“, erklärt Dr. Carolin Stegemann. Die Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ist unter anderem auf das Fachgebiet Allergologie spezialisiert und bietet ab dem Frühsommer im Krankenhaus Lauchhammer eine spezielle allergologische Sprechstunde an.

Zeit für Anamnese, Diagnostik und Aufklärung

Mit einer Überweisung von der behandelnden Kinderarzt- oder Hausarztpraxis können Kinder und Jugendliche sich in der Spezialsprechstunde beraten und behandeln lassen. „Neben einer umfassenden allergiespezifischen Anamnese, bei der wir natürlich auch ganzheitlich auf die Patienten schauen, können wir Allergietests über das Blut und die Haut durchführen. So ein Allergieerstgespräch dauert mindestens 30 bis 60 Minuten. Wir nehmen uns bewusst viel Zeit für die Aufklärung und Beratung“, sagt Dr. Carolin Stegemann.

Die erfahrene Allergologin kann die jungen Patienten mit ihrem Team dann auf ihrem Behandlungsweg begleiten – mit medikamentösen Therapien, Kontrolluntersuchungen und bei Bedarf auch bei der gründlichen Abklärung von weiteren allergieauslösenden Substanzen, um die Patienten vor gefährlichen Überraschungen zu schützen. „Wenn wir beispielsweise eine Allergie auf Haselnüsse feststellen, dann testen wir unter sicheren Bedingungen in der Klinik, ob der Patient auch auf andere Baumnüsse reagiert, und können so schweren allergischen Reaktionen vorbeugen, die auftreten können, wenn Allergene unbekannt sind.“

Hyposensibilisierung für junge Allergiker

An zwei Tagen in der Woche plant die Kinderklinik, künftig auch Hyposensibilisierungen anzubieten. „Der Bedarf ist groß, denn eine solche Allergenimmuntherapie ist das Einzige, was uns ursächlich zur Verfügung steht, um Allergien anzugehen. Dabei bekommen die Patienten kleine Mengen des Allergens verabreicht, so dass sich der Körper daran gewöhnen und eine Toleranz entwickeln kann“, erläutert die Chefärztin.

Die Patienten können zwischen einer sublingualen Therapie, bei der täglich Tropfen oder Tabletten eingenommen werden, und einer subkutanen Therapie, bei der der Wirkstoff in den Oberarm gespritzt wird, wählen. „Bei der subkutanen Therapie sind anfangs wöchentliche Termine notwendig, gefolgt von einem Intervall von vier bis sechs Wochen“, erklärt Dr. Carolin Stegemann. In der Klinik werden die Familien vorab ausführlich beraten und können sich für die Therapie entscheiden, die am besten für sie geeignet ist. In jedem Falle dauert der Behandlungsweg dann drei bis fünf Jahre.

Bei ersten Symptomen frühzeitig handeln

Die versierte Chefärztin empfiehlt, das Thema Allergien so schnell wie möglich anzugehen, wenn sich die ersten Symptome zeigen: „Eltern sollten ihre Kinder zeitig testen lassen und bei medizinischer Notwendigkeit auch zeitig mit einer Immuntherapie beginnen, weil wir dadurch eine Verschlechterung oder einen Etagenwechsel vom Heuschnupfen ins Asthma verhindern können.“

Heuschnupfen ist auch bei Kindern die häufigste Allergie. „Der Leidensdruck für viele Kinder und Jugendliche ist groß und sie sind oft stark in ihrem Alltag eingeschränkt. Sie bekommen schlechter Luft, weil die Schleimhäute in der Nase geschwollen sind, finden keinen erholsamen Schlaf, können sich in der Schule schwer konzentrieren oder im Sportunterricht nicht mithalten“, berichtet die Kinderärztin. Schon mit zwei, drei Jahren können Kinder Allergien auf Baum- und Gräserpollen entwickeln.

Schnell reagieren

Noch früher können allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel auftreten. „Manche Kinder reagieren schon im Säuglingsalter, z.B. bei der Einführung der Beikost, mit Durchfällen, haben einen aufgeblähten Bauch, zeigen Auffälligkeiten bei der Entwicklung des Gewichts und der Motorik. Das können Hinweise auf eine Kuhmilch-, Hühnereiweiß- oder Weizenprotein-Allergie sein“, erklärt die Chefärztin.

Wenn Kinder solche Symptome zeigen, sollten Eltern schnell reagieren und den Rat eines Kinderarztes oder eines Experten für Allergologie suchen. „Wir können Kinder bereits im Säuglings- bzw. Kleinkindalter auf Allergene testen und die Familien dann umfassend beraten und aufklären. Es ist wichtig, dass die Eltern und selbstverständlich auch die Kinder und Jugendlichen selbst gut informiert sind“, betont Dr. Carolin Stegemann.

Das gilt auch für das Thema Haustiere.

Wenn Eltern oder Geschwisterkinder bereits allergisch vorbelastet sind, sollte kein Haustier neu angeschafft werden. „Wenn bereits ein Hund oder eine Katze im Haushalt leben, gilt es, klare Regeln für das Tier zu finden, um die Risiken für die Betroffenen zu reduzieren“, empfiehlt die Allergologin. Wenn die pelzigen Vierbeiner nicht komplett aus dem Wohnbereich in den Garten oder einen separaten Raum umziehen können, sollten sie beispielsweise keinen Zugang mehr ins Zimmer des Kindes bekommen. Auch die Nutzung spezieller Allergiefilter für Innenräume kann unter Umständen sinnvoll sein. Auch hier sollten sich Eltern ausführlich von erfahrenen Kinderärzten und Allergie-Spezialisten beraten lassen, um ihren Nachwuchs so gut wie möglich zu schützen.

KONTAKT

Sana Kliniken Niederlausitz
Klinik für Kinder und Jugendmedizin
Friedensstraße 18
01979 Lauchhammer
Tel.: (03573) 75-2701
skn.kinderklinik@sana.de
sana.de/niederlausitz