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: Das Sana-Herzzentrum Cottbus auf dem Weg in eine digitale Zukunft

Am Puls der Zeit: Das Sana-Herzzentrum Cottbus ist auf dem Weg hin zu einer papierlosen Klinik. Das Team der Lausitzer Spezialklinik berichtet von einer Operation am offenen Herzen der ganz anderen Art.
Von
Christiane Noack-Klein und Benjamin Seidemann
Cottbus
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Die Erfassung der Pflegetätigkeiten im Sana-Herzzentrum Cottbus erfolgt inzwischen vollständig digital. Die Papierakte hat ausgedient. Diese Veränderung des Arbeitsalltags war vor allem dank der engagierten Unterstützung eines Expertenteams und mit einer gehörigen Portion Teamgeist möglich.

Die Erfassung der Pflegetätigkeiten im Sana-Herzzentrum Cottbus erfolgt inzwischen vollständig digital. Die Papierakte hat ausgedient. Diese Veränderung des Arbeitsalltags war vor allem dank der engagierten Unterstützung eines Expertenteams und mit einer gehörigen Portion Teamgeist möglich.

SHC, Steffen Rasche

Kaum eine andere Branche steht derzeit mehr im Fokus der Öffentlichkeit als die Gesundheitsversorgung. Insolvenzen, fehlende Ausfinanzierung des Gesundheitssystems, höhere Pflegebedarfe, Digitalisierung – und dazwischen die Patientinnen und Patienten, die Hilfe suchen. Das Sana-Herzzentrum Cottbus geht mit mutigen und zukunftsorientierten Schritten voran.

Wer die aktuellen Diskussionen um die Gesundheitsversorgung verfolgt, kennt die wortgewaltigen Schwergewichte wie Krankenhausstrukturreform, veränderte Versorgungsrealitäten, Ambulantisierung, hohe Patientenansprüche, wachsende Forderung nach Transparenz, Krankenhauszukunftsgesetz, Klinikinsolvenzen. Jeder dieser Begriffe birgt eine Fülle an Herausforderungen. Dabei liegt gerade für die Lausitz in der Entwicklung der Gesundheitsversorgung eine riesige Chance. Medizinische Versorgungsforschung ist einer der Schwerpunkte des Lausitzer Strukturwandels. Diese Fokussierung auf eine stabile Gesundheitsversorgung ist angesichts der Vorboten auf das, was in Zukunft in der Lausitz geschehen wird auch dringend notwendig. Wer versucht, einen Facharzttermin zu vereinbaren muss sich schon heute in Geduld üben. Mehrere Wochen bis Monate vergehen, ehe der Fachmann oder die Fachfrau für die Gesundheit konsultiert werden können. Diese Situation wird sich – treten die Prognosen ein – weiter verschärfen. Mehr und mehr Ärzte erreichen das Rentenalter und gehen in den Ruhestand. Mittendrin: Patientinnen und Patienten, die nichts anderes als Hilfe suchen.

Rettungsanker für Lausitzer Herzen

Einer der Orte, an dem Patienten genau diese Hilfe zu teil wird, ist das Sana-Herzzentrum Cottbus. Seit mehr als 29 Jahren kümmern sich Ärzte und Pflegekräfte dort um die Herzen der Lausitz. Die Fachklinik zählt zu den renommiertesten in ganz Deutschland. Nach mehreren Auszeichnungen für die beste Herzchirurgie in Deutschland und die beste Kardiologie im Land Brandenburg steht die Cottbuser Spezialklinik im Ranking von Deutschlands besten Krankenhäusern, die das FAZ Institut jährlich organisiert, auch im Jahr 2024 bundesweit wieder auf Platz zwei in der Kategorie bis 150 Betten. In der Hochleistungsklinik sind Herzen in guten Händen. Das liegt nicht nur an der hochspezialisierten Versorgung durch die erfahrenen Kardiologen, Herzchirurgen, Intensivmediziner und Anästhesisten, sondern auch an der engagierten, professionellen und ausgesprochen patientenorientierten Pflege. „Der Patient steht bei uns immer im Mittelpunkt. Für jeden einzelnen unserer Kollegen – und das gilt berufsgruppenunabhängig – ist es Anspruch und Ansporn zugleich, Patienten bestmöglich zu versorgen. Unsere Teams begleiten dabei die Patienten auf jedem Behandlungsschritt, bringen sie wieder auf die Beine, motivieren sie und geben alles, damit der Alltag nach dem Krankenhausaufenthalt wieder besser gemeistert werden kann“, fasst Markus Lehnigk zusammen.

Der Kaufmännische Direktor, Markus Lehnigk und Pflegedirektorin Manuela Lehmann (r.) haben gemeinsam mit Projektmanagerin Jana Maahs die Umstellung vorbereitet und eng begleitet.

Der Kaufmännische Direktor, Markus Lehnigk und Pflegedirektorin Manuela Lehmann (r.) haben gemeinsam mit Projektmanagerin Jana Maahs die Umstellung vorbereitet und eng begleitet.

SHC, Steffen Rasche

Seit März 2023 leitet er als kaufmännischer Direktor die Klinik und verantwortet die wichtige Zukunftsgestaltung im Cottbuser Herzzentrum. Zukunft gestalten – das ist die große Herausforderung, vor der Land auf, Land ab alle Krankenhäuser derzeit stehen. Die Sicherstellung einer guten Finanzierung ist dabei das A und O, denn nur Häuser, die auf einem soliden finanziellen Fundament stehen und deren notwendiges Versorgungsangebot finanziert wird, können die weiter steigenden Kostenstrukturen beherrschen und zeitgleich notwendige Schritte und Herausforderungen bei der Gestaltung von Strukturen und Prozessen gehen.

Auf dem Weg zur papierlosen Klinik

So zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Krankenhauszukunftsgesetz. Eine Vorschrift mit riesiger Wirkung. Bereits vor zwei Jahren hat das Bundesgesundheitsministerium gemeinsam mit den Ländern ein Gesetz auf den Weg gebracht, das erst heute spürbare Auswirkungen auf die Krankenhäuser zum Vorschein bringt. Das Gesetz schreibt vor, wie Versorgungs-, Behandlungs- und Pflegedokumentationen sowie die damit verbundenen Behandlungsprozesse zukünftig erhoben und gespeichert werden sollen. Nämlich digital und unmittelbar. „Die Digitalisierung in Krankenhäusern ist notwendig und gut. Wenn es uns gelingt, Behandlungsdaten so zu erheben, dass alle, die an der Behandlung eines Patienten beteiligt sind, auf diese Daten strukturiert zugreifen können, vermeiden wir Zeitaufwand durch Doppeldokumentationen, das Suchen nach Akten und gewinnen mehr Zeit für die Versorgung unserer Patienten“, erklärt Markus Lehnigk und betont: „Doch das ändert alles. Kein Arbeitsalltag ist mehr, wie er war.“

Der gemeinsame Blick in die Papierakte gehört der Vergangenheit an. Sowohl für die Ärzte, als auch die Pflegeprofis des Sana-Herzzentrum Cottbus gehört der digitale Visitenwagen inzwischen zum alltäglichen Begleiter.

Der gemeinsame Blick in die Papierakte gehört der Vergangenheit an. Sowohl für die Ärzte, als auch die Pflegeprofis des Sana-Herzzentrum Cottbus gehört der digitale Visitenwagen inzwischen zum alltäglichen Begleiter.

SHC, Steffen Rasche

Das Cottbuser Herzzentrum ist auf dem Weg in diese digitale Zukunft. Nachdem bereits vor mehr als drei Jahren – lange vor dem Krankenhauszukunftsgesetz - die Intensivstation, die Anästhesie und der OP-Bereich auf ein digitales Patienten-Daten-Management-System umgestellt wurden, hält nun die Interne-Mobile-Akte, kurz IMA, Einzug auf den Stationen. „Bis zum Ende des Jahres 2024 wird die Erfassung aller Behandlungsdaten, Medikationen und Therapieanordnungen vollständig digital erfolgen“, stellt er in Aussicht. „Die damit verbundene Neuorganisation des Arbeitsalltages war nie herausfordernder“, fasst er zusammen.

Jahrelanger Begleiter verschwindet

Die Behandlungsdaten – von der Aufnahme des Patienten, über Voruntersuchungen bis hin zum OP-Bericht und der pflegerischen Versorgung über Tage hinweg – werden ab jetzt digital erhoben und verarbeitet. Der Tag, der wohl allen Pflegekräften im Cottbuser Herzzentrum lange in Erinnerung bleibt, ist der 14. Mai 2024. An diesem Tag verschwanden der blaue, grüne und rote Kugelschreiber, die jahrelange Alltagsbegleiter waren, um die Vitaldaten in die Papierakten zu übertragen. Einen Weg zurück gibt es nicht. Um den großen Schritt zu meistern, hat sich das Team monatelang vorbereitet: Mehrere Pflegekräfte wurden zu Key-Usern qualifiziert. Den Kollegen stehen sie nun im Alltag beratend zur Seite. Danach wurde das Pflegeteam in kleinen Gruppen geschult und trainiert. „Doch am Tag der Umstellung war die Aufregung groß. Von jetzt auf gleich war alles anders. Während der Nachtdienst noch Papierakten beschrieben hat, ist der Tagdienst morgens um 6.30 Uhr vollständig mit der digitalen Dokumentation gestartet. Pflegekräfte, die früher mit der Patientenakte unter dem Arm unterwegs zum Bett waren, um den Pflegealltag zu organisieren, lernen nun rund um die Uhr mit dem Computer zu arbeiten und jede Tätigkeit digital zu dokumentieren“, berichtet Jana Maahs. Sie ist als Projektmanagerin von Beginn an Teil der Projektgruppe IMA.

Voller Fokus auf Patienten

Die Digitalisierung ist die größte Veränderung des Arbeitsalltages für Pflegekräfte der vergangenen 30 Jahre. Denn längst sind sie viel mehr als die guten Seelen auf der Station oder die Lebensretter in Notfallsituationen. Das weiß auch Manuela Lehmann, die als Pflegedirektorin die Geschicke der größten Berufsgruppe im Sana-Herzzentrum Cottbus verantwortet: „Unsere Pflegekräfte begrüßen die Patienten, wenn sie das Krankenhaus betreten. Sie begleiten jeden einzelnen Behandlungsschritt und sind rund um die Uhr für unsere Patienten da. Sie sind das Gesicht, das Patienten neben unseren Ärzten als erstes mit dem Krankenhausaufenthalt in Verbindung bringen“, sagt sie. Doch neben der Versorgung sind die Pflegekräfte auch diejenigen, die die meisten Behandlungs- und Therapiedaten erheben. Sie planen pflegerische Maßnahmen, sie dokumentieren den Gesundheitszustand, sie informieren die Ärzte über die Entwicklung und sie haben die Verantwortung darüber, wie gut sich Patienten behandelt fühlen. Als Pflegedirektorin ist Manuela Lehmann dankbar für das, was die Pflegekräfte auf den Stationen derzeit leisten. Nicht zuletzt auch, weil ihre Kollegen der Pflege aktuell am stärksten von der Digitalisierung – und damit von der kompletten Veränderung des Arbeitsalltages - betroffen sind. „Gleichzeitig verlieren unsere Pflegekräfte zu keiner Zeit den hohen Anspruch an die Versorgung der Patienten. Denn bei aller Veränderung sind die Patienten diejenigen, denen unsere volle Aufmerksamkeit gehört“, sagt sie stolz.

Hohe Investitionen in die Zukunft

Das Sana-Herzzentrum Cottbus investiert in die Zukunft. Auf allen Stationen sind digitale Visitenwagen – also vollständige mobile Computerarbeitsplätze, an denen die Pflegekräfte die Dokumentation vornehmen können – inzwischen zum festen Einrichtungsgegenstand geworden.   Leistungsstarke WLAN-

Access-Points sichern die Datenverbindungen und die Vernetzung aller Geräte. Neue Software mit individuell angepassten Eingabemasken ist angeschafft und konfiguriert. Das Experten-Team, das sich monatelang auf die Einführung der neuen IMA vorbereitet hatte, steht permanent zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und den Pflegekräften unter die Arme zu greifen. Und unterdessen gehen die lebensnotwendigen und lebensverändernden Eingriffe am Herzen weiter. „Über dem gesamten Thema Digitalisierung und Zukunftsgestaltung stehen für uns immer die Patienten. Eben sie sind es, die auf das Können und die Leistung unserer Ärzte und Pflegekräfte angewiesen sind, unabhängig ob wir digital oder auf Papier dokumentieren“, fasst Markus Lehnigk zusammen.

Mutig und mit Herz

Bis das Papier endgültig aus der Klinik verschwindet, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Mit der jetzt gelungenen Einführung der digitalen Pflegedokumentation ist das Team einen großen Schritt in Richtung Zukunft gegangen. Mit überdurchschnittlichem Engagement, dem Herz am rechten Fleck und viel Mut hat das interdisziplinäre Team wieder einmal Maßstäbe gesetzt und gezeigt: Digitalisierung gelingt nur in einem starken Team. Und während in der Fachklinik im Herzen der Lausitz hinter den Türen des OP-Bereiches Tag für Tag Leben gerettet werden, geht der Pflege- und Stationsalltag vor den OP-Türen unverändert mit viel Orientierung auf die Patienten weiter. Digital dokumentiert, aber mit genauso viel Herz wie bisher.