Klettern in Brandenburg
: Sedlitzer Kletterfelsen vom Land ausgezeichnet

Sedlitz hat seit August 2024 ein neues Wahrzeichen, und zwar die Landmarke Sedlitzer Turm. Ende 2025 später schafft es der Felsen landesweit an die Spitze.
Von
Torsten Richter-Zippack
Sedlitz
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Noch junge Attraktion in Senftenberg: Der Eintrag ins Gipfelbuch der Landmarke Sedlitzer Kletterturm lockt Bergfexe von nah und fern. Die Idee entstand schon in den 1960er-Jahren.

Noch junge Attraktion in Senftenberg: Der Eintrag ins Gipfelbuch der Landmarke Sedlitzer Kletterturm lockt Bergfexe von nah und fern. Die Idee entstand schon in den 1960er-Jahren.

Rita Seyfert
  • Seit August 2024 prägt der 19 Meter hohe Sedlitzer Turm das Lausitzer Seenland als neue Landmarke.
  • Der künstliche Kletterfelsen besteht aus 540 Tonnen Beton und ist die höchste Konstruktion dieser Art in Europa.
  • 41 Kletterwege, Boulderfelsen und eine Trainingswand bieten Kletterspaß für unterschiedliche Schwierigkeitsgrade.
  • Das 232.000-Euro-Projekt wurde mit über 170.000 Euro aus ELER-Mitteln und dem Landeshaushalt gefördert.
  • Bereits 1000 Kletterer nutzten die Anlage im ersten halben Jahr, 80 neue Mitglieder traten dem Verein bei.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Niederlausitz ist nicht gerade als Kletterparadies bekannt. Hier und dort präsentiert sich zwar das Grundgestein an der Erdoberfläche, beispielsweise beim Rothsteiner Felsen unweit von Bad Liebenwerda. Doch ansonsten müssen Bergsteiger in die Sächsisch-Böhmische Schweiz oder ins Zittauer Gebirge reisen, um ihrem Hobby nachzugehen. Das ist seit dem Jahr 2024 anders. Denn inmitten des ansonsten flachen Lausitzer Seenlandes gibt es einen nagelneuen, 19 Meter hohen Kletterfelsen. Der ist zwar künstlicher Natur, konkret aus 540 Tonnen Beton, aber keineswegs weniger attraktiv als die natürlichen Originale in den Gebirgen.

Die Rede ist natürlich vom Sedlitzer Turm. Das weithin sichtbare und deshalb auch als Landmarke bezeichnete Kletterparadies befindet sich am örtlichen Sportplatz des SV Blau-Weiß Sedlitz. Die dort ansässigen Sedlitzer Bergfreunde, mit rund 500 Mitgliedern einer der größten Sportvereine der Region, haben ihn aufgebaut. Die Landmarke setzt sich aus zwei Teilen zusammen, konkret der 13 Meter hohen, sogenannten Schulter und dem sechs Meter höheren Turm. Damit handelt es sich um die höchste Konstruktion dieser Art in Europa.

Das hat der Kletterturm am Sedlitzer See gekostet

Klar, dass die Vereinsmitglieder die Kosten für den Bau nicht komplett aus eigener Tasche und mithilfe von Sponsoren stemmen konnten. Deshalb hat das Brandenburger Landwirtschaftsministerium das knapp 232.000 Euro teure Vorhaben mit mehr als 170.000 Euro unterstützt. Der größte Teil dieser Summe stammt nach Angaben der Behörde aus ELER-Mitteln (Europäischer Landwirtschaftsfonds), der übrige Teil aus dem Landeshaushalt. Jetzt ist der Kletterfelsen vom Ministerium zum ELER-Projekt des Monats Dezember gekürt worden.

Und das nicht ohne Grund: Denn Kletterer können auf 41 Kletterwegen und Varianten in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden den Gipfel erreichen. Dort wartet die 1,50 Meter hohe Figur der heiligen Barbara als Schutzpatronin der Bergleute. Und das auch im Winter. Sofern es nicht stürmt, schneit, glatt ist oder gewittert, könne nach Herzenslust mit eigener Ausrüstung geklettert werden. Zusätzlich flankieren den Turm noch drei Boulderfelsen sowie eine Trainings-Boulderwand. Hier dürfe in Absprunghöhe ohne Seil geklettert werden.

Vogelperspektive aus 19 Meter Höhe: Der Blick vom Gipfel der Landmarke Sedlitzer Kletterturm auf die Besucher der Einweihungsfeier erinnert an eine Minitaturwelt.

Vogelperspektive aus 19 Meter Höhe: Der Blick vom Gipfel der Landmarke Sedlitzer Kletterturm auf die Besucher der Einweihungsfeier erinnert an eine Minitaturwelt.

Rita Seyfert

So viele Menschen sind in Sedlitz bereits geklettert

Das Kletterparadies zwischen Großräschener See und Sedlitzer See erfreut sich großer Beliebtheit. Nach Angaben der Sedlitzer Bergfreunde haben im ersten halben Jahr nach der Eröffnung bereits rund 1000 Menschen das Angebot genutzt. Darüber hinaus wurden um die 80 neue Vereinsmitglieder begrüßt. Der Felsen diene als optimale Vorbereitung für Klettertouren an den „richtigen“ Felsen in den Gebirgen.

Die Kletteranlage sei öffentlich und stehe grundsätzlich jedermann zum Klettern zur Verfügung. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Schulter und der Turm nur mit eigener Kletterausrüstung bestiegen werden können. Es werde keine ständige Ausleihmöglichkeit von persönlicher Schutzausrüstung oder Betreuung geboten. Für bis zu drei Schnuppertrainings könnten Interessierte den Sport aber vor Ort testen, bevor sie dem Verein beitreten.