Nach langen Turnierwochen im unerbittlichen Fokus der Öffentlichkeit zieht sich Joachim Löw immer zurück. Ins Private. So hat er es nach dem WM-Triumph 2014 in Rio gemacht. So machte er es auch nach dem Halbfinal-Aus bei der Fußball-EM gegen Frankreich im Juli. Der Bundestrainer braucht diese Rückzugschance, sagt Löw über Löw. Im Erfolg wie im Misserfolg. Dann ist er einfach mal nicht zu erreichen. So schöpft er Kraft für neue Aufgaben. Das Private ist Löw schon immer enorm wichtig. Er versucht es zu trennen von der gläsernen Welt des Weltmeister-Trainers. Doch die Parallelwelten haben unausweichliche Schnittstellen. Die Trennung von seiner Frau Daniela ist von öffentlichem Interesse. "Regiert Jogi bald aus Berlin?", fragt die "Bild"-Zeitung am Freitag in großen Online-Lettern.

Wenige Stunden zuvor hatte das Blatt das Ehe-Aus der Löws publik gemacht - mit Zitaten eines namentlich nicht genannten Freundes des Paares. Eine Bestätigung gibt es nicht von Löw selbst, sondern nur aus seinem Umfeld. Nach 30 Jahren trennen sich der Bundestrainer und seine Frau. Da sind Schlagzeilen nicht zu vermeiden. Das weiß auch Löw. Der Zeitpunkt der Bekanntgabe ist nicht ungünstig. Deutschland ist ausnahmsweise nicht im ganz großen Fußball-Fieber, sondern blickt nach Rio zu Olympia.

In Brasilien vor zwei Jahren war auch Daniela Löw zum WM-Besuch. In der Öffentlichkeit sah man die Frau an Jogis Seite ansonsten nur selten. Das war nie ihre Welt. Ihr Mann wurde vom leidlich bekannten Profi und Trainer im letzten Jahrzehnt zum Superpromi. Ob er wollte oder nicht. Sie überließ ihm diese Bühne.

Das kinderlose Paar lebte in der Nähe von Freiburg. Dem Bericht zufolge wohnt Daniela Löw weiterhin dort. Der DFB-Chefcoach hat ein Appartement in Berlin, in das er sich auch nach dem EM-Aus gegen Frankreich (0:2) im Juli zurückzog. Eine Scheidung sei nicht geplant, heißt es. Details werden schon lange wahrgenommen. Zum Beispiel, dass er eine große Uhr trägt, aber keinen Ehering.