Dies entschied das Sozialgericht Dortmund im Falle eines 31-jährigen, der nach dem Hauptschulabschluss zunächst eine Ausbildung zum Kfz-Elektriker absolvierte und nach fünf Jahren im Beruf und weiteren drei Jahren am Weiterbildungskolleg ein Studium aufnahm (Az.: S 40 KR 179/05).
Die beklagte Krankenkasse hatte eine Aufnahme des Studenten zum günstigen Studententarif abgelehnt, da die Mitgliedschaft in der Krankenversicherung der Studenten nur bis zum 30. Geburtstag möglich sei. Eine Verlängerung der Altersgrenze lehnte die Kasse ab, da der Student nach der Gesellenprüfung zunächst mehrere Jahre gearbeitet und erst nach einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses das Abitur nachgeholt habe.
Die Richter verurteilten die Krankenkasse jedoch dazu, den Kläger für drei Jahre als Mitglied in der Krankenversicherung der Studenten zu führen. Die Altersgrenze müsse um die drei Jahre verlängert werden, die der Kläger auf dem Kolleg verbracht habe. Dabei könne die Kasse dem Studenten auch nicht vorwerfen, dass er sein Abitur nicht direkt nach der Berufsausbildung nachgeholt habe, da der zum Abitur führende "zweite Bildungsweg" nur Schülern mit Berufspraxis offenstehe. (ddp.djn/sh)