Wenn die Cottbuserin Karin Raimann mit ihrem Mittelschnauzer Gassi geht, hat sie immer eine Tüte dabei. „Ich mag es auch nicht, wenn Hundehaufen auf der Wiese oder am Weg liegen“, sagt sie. Aber in ihrer Wohngegend an der Poznaner Straße gebe es deutlich weniger Haufen.

„Viele Hundebesitzer machen es wie wir und nehmen die Haufen mit“, sagt Karin Raimann. Doch mit dem vollen Beutelchen noch schnell zum Bäcker? Das sei ihr unangenehm. „Wir zahlen Hundesteuern und kaufen die Tüten. Und gerade weil sich immer mehr Hundebesitzer um Sauberkeit bemühen, sollte im Rathaus noch einmal über Hundetoiletten nachgedacht werden“, empfiehlt Karin Raimann.

Das wurde jetzt auch getan, bestätigt Manfred Geißler, Fachbereichsleiter für Ordnung und Sicherheit in der Stadtverwaltung. „Nach sehr vielen Bürgeranfragen zu den Hundetoiletten haben wir uns entschieden, im Rahmen eines Pilotprojektes die Wiederaufstellung zu prüfen“, sagt Geißler. Nach einer internen Abstimmung im September und der derzeitigen Planung kommen die ersten zwei Hundetoiletten in die Puschkinpromenade und in die Ludwig-Leichhardt-Allee.

Der erste Versuch mit Hundetoiletten in Cottbus scheiterte vor ein paar Jahren. „Ständig waren Reparaturen erforderlich, und wo die Tüten aus den Spendern verblieben, konnten wir nie nachvollziehen. Der Vandalismus und die Zweckentfremdung kostete uns viel Geld“, sagt Manfred Geißler. Bis zum 31. Dezember 2007 waren die letzten der einst acht Hundetoiletten deshalb wieder abgebaut worden.

Doch grundsätzlich nötig wären Hundetoiletten in Cottbus eigentlich nicht – auch wenn die Bürger hinterher noch gern beim Bäcker vorbeischauen. Der zweite Absatz im Paragrafen 5 der Stadtordnung regelt, dass Hundehalter geeignete Materialien zur Beseitigung des Hundekots mit sich zu führen haben. „Tüten und Schaufeln sind im Handel erhältlich.

Und ist der Hundekot ordentlich verpackt, kann er auch in den rund 900 Papierkörben der Stadt entsorgt werden. Das ist nicht verboten – und eine Hundetoilette ist schließlich auch nur ein Papierkorb mit Tütenspender“, sagt Geißler.

Dass sich das Verhalten der Hundebesitzer in den vergangenen anderthalb Jahren verbessert hat, kann Manfred Geißler bestätigen. „Unser städtischer Vollzugsdienst hat verstärkt kontrolliert. Wegen der Verunreinigung mussten bisher in diesem Jahr nur 21 Verwarnungen ausgesprochen werden. Im gesamten Jahr 2009 mussten 48 Hundebesitzer Bußgelder zahlen, weil sie den Kot nicht entfernt hatten. Und 2008 gab es 25 solcher Fälle. Wegen der Nichteinhaltung der Leinenpflicht seien in diesem Jahr 167 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden, sagt Geißler.

Nach der Stadtordnung in Cottbus sind Hundebesitzer verpflichtet, den Hundekot ihres Tieres zu entfernen. Machen sie das nicht, droht ihnen ein Bußgeld zwischen zehn und 35 Euro.

Rund 4100 Hunde sind in der Stadt Cottbus gemeldet. Die Einnahmen aus der Hundesteuer liegen laut Fachbereich Finanzmanagement bei 260 000 Euro.