Ein bisschen klingt es nach dem Silvester-Film-Klassiker „Dinner for one“. Denn an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg vollzieht sich um den Jahreswechsel das gleiche Prozedere wie im vergangenen Jahr – „The same procedure as last year?“ (engl. „Die selbe Prozedur wie im vergangenen Jahr?“).

Handelnde Personen an der Alma Mater in der Lausitz sind allerdings nicht die ehrwürdige Miss Sophie und ihr unnachahmlicher, mehr oder weniger trinkfester Butler James, sondern eine Findungskommission des Landeshochschulrates und potenzielle Interessenten für das Amt des BTU-Präsidenten.

Mit der Veröffentlichung einer Ausschreibung hat Mitte Dezember auch offiziell wieder die Suche nach einer neuen Frau oder einem neuen Mann für den Präsidentenposten an der BTU begonnen. Bis zum 14. Februar haben Interessenten an dem Spitzenamt jetzt Zeit, ihre Bewerbung bei der Findungskommission in Potsdam einzureichen.

Keine Mehrheit für den Manager vom Rhein

Bereits im Dezember 2018 hatte die Lausitzer Uni die zeitaufwändige Suche nach einem neuen Präsidenten oder einer neuen Präsidentin mit einer Ausschreibung gestartet, die von der jetzt aktuellen nicht zu unterscheiden ist.

Im Ergebnis der Präsidentensuche hatte sich als einziger Kandidat der Physiker Hans-Hennig von Grünberg - bisher Präsident der Hochschule Niederrhein - an der Universität in Cottbus öffentlich präsentiert und am Ende für seine Ideen keine Mehrheit im 21-köpfigen Hochschulsenat gefunden.

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Auch jetzt kann niemand ausschließen, dass sich das Verfahren erneut bis zum Herbst 2020 zieht – ein Zustand der auch aus Kreisen der Landes- und Kommunalpolitik immer wieder kritisch kommentiert worden ist. Dabei spielt vor allem die der BTU zugedachte Rolle beim wirtschaftlichen Strukturwandel in der Lausitz eine entscheidende Rolle. Schließlich soll die Uni zur einer Art Kristallisationskern für neue Wissenschaftseinrichtungen und Institute werden.

Allerdings ist die Ausgangslage in diesem Jahr in einem entscheidenden Punkt neu. Im vergangenen Jahr hatte die amtierende Präsidentin Prof. Christiane Hipp erklärt, sich nicht um das Präsidentenamt bewerben zu wollen. Eine Absage von ihr gibt es diesmal nicht. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass sie ihre Kandidatur jetzt nicht mehr ausschließt. Die frühere Vizepräsidentin Christiane Hipp führt die BTU Cottbus-Senftenberg inzwischen schon seit mehr als einem Jahr.

Sollte sie sich tatsächlich bewerben, könnte das Verfahren zur Präsidentensuche diesmal vielleicht etwas zügiger ablaufen. Sicher aber ist auch das nicht. Denn das hängt auch davon ab, ob weitere Interessenten auf den Plan treten, die die Findungskommission für geeignet hält. Das ist aber keineswegs sicher. Die Vermutung liegt nahe, dass sich der Ansturm geeigneter Bewerber auf den BTU-Spitzenposten, die eine kritische Vorauswahl überstehen, stark in Grenzen hält. Am in Aussicht gestellten Gehalt dürfte das nicht liegen. Immerhin wird der Präsidentenposten laut Ausschreibung mit der Besoldungsgruppe W3 (6498,69 Euro) plus zusätzliche Funktionszulagen vergütet.

2019 war am Ende mit Hans-Hennig von Grünberg gerade ein Kandidat übriggeblieben, den der Senat beurteilen konnte. Die Absage an von Grünberg – immerhin Hochschulmanager des Jahres 2017 – hatte nicht nur regional zumindest für Erstaunen gesorgt.

Die Vorsitzende des BTU-Senats Prof. Magdalena Mißler-Behr hat im Gespräch mit der RUNDSCHAU bereits angedeutet, dass einige Monate ins Land gehen, ehe die Präsidenten-Suche entschieden ist. Frühestens im Sommer, wahrscheinlich aber mit Beginn des Wintersemesters 2020/21 rechnet sie mit einem neuen Präsidenten oder einer neuen Präsidentin.

BTU Cottbus-Senftenberg Präsidentensuche rollt wieder an

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