"Es soll so werden wie ,Carstens Wunderbar' nur ohne Carsten", sagt die Hotelfachfrau, "mit Frühstück, Mittagsangebot, Kaffee, Abendessen und einem Straßenverkauf." Am 30. April werde die Gaststätte, die seit Jahresbeginn geschlossen hatte, wieder öffnen. Für die beiden alleinerziehenden Gastronominnen wird damit ein lang gehegter Traum wahr. "Die ,Wunderbar' war schon immer unser Baby", sagt Vicky Stellmacher. Wie ihre Freundin habe sie bis zum Jahr 2004 in dem Restaurant gearbeitet und das mit großer Freude. In ihrer späteren Anstellung seien beide nicht glücklich geworden. "Es hat kaum einen Dank gegeben, und andere Arbeitszeiten als Spätschicht haben wir nicht gekannt", klagt die Hotelfachfrau. Künftig sei jede von ihnen jeweils eine Woche mit Früh- oder Spätschicht dran. Da fänden auch private Termine Platz im Kalender."Aber ohne Oma und Opa geht's trotzdem nicht", sagt Katja Treudler. Doch bis die Kinder groß sind, wollten sie nicht warten. Außerdem könnten Tochter Noomy und Sohn Dustin die Mütter im Restaurant besuchen.Ihrer Erfahrung nach, so Liane Kochan, Teamleiterin in der Agentur für Arbeit, haben Alleinerziehende nicht von vornherein schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. "Das ist von den Personen abhängig, die über Einstellungen entscheiden", sagt die Teamleiterin. Außerdem seien die Kinderbetreuungsmöglichkeiten in Cottbus gut. Derzeit gehen vergleichsweise viele Cottbuser den Weg in die Selbstständigkeit. "Im März haben wir 70 Unternehmensgründungen mit einem Gründungszuschuss gefördert", sagt die Teamleiterin. Im März 2009 seien es lediglich 36 gewesen. Doch zuvor würden Geschäftsidee und Konzept unter die Lupe genommen.Arbeitsvermittlerin Stephanie Lux hat die Vicky Stellmacher und Katja Treudler beraten. "Es macht Spaß, die beiden jungen Frauen zu begleiten", sagt die Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit. Die beiden Gründerinnen hätten mit ihr ihr Konzept diskutiert, Fragen zur Versicherung, zum Gründungszuschuss und zum Personal geklärt. "Sie waren von Anfang an mit Begeisterung bei der Sache", erinnert sich Stefanie Lux. "Wenn sie von ihrer ,Wunderbar' sprechen, dann leuchten ihre Augen."Derzeit könnten die Tage mehr als 24 Stunden haben, wünschen sich die Gründerinnen. Tausend Dinge sind zu erledigen. So müssten sie beim Finanz-, beim Gewerbe- und beim Gesundheitsamt vorsprechen, Personal einstellen und sich Angebote für die Ausstattung einholen."Eine wunderbare Kaffeemaschine haben wir schon", sagt Katja Treudler. Töpfe, Pfannen und Geschirr würden in den nächsten Tagen erwartet, genauso wie die Kücheneinrichtung. Dennoch stehe der Speiseplan bereits fest. "Wir setzen auf frische Küche", sagt Katja Treudler. Schnitzel und Hähnchenbrust werde es ebenso geben wie "Ofenkartoffeln mit Kräutercreme, leckere Plinse und selbstgemachten Kuchen". Und zur die Eröffnungsfeier am 30. April werde auf der Terrasse ein Wildschwein am Spieß gegrillt. Ulrike Elsner