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Zwei bis drei Bälle auf Distanz

Trotz eines kleinen Wacklers zum Ende haben die Regionalliga-Volleyballer von Energie Cottbus auch ihr zweites Spiel gewonnen.
Trotz eines kleinen Wacklers zum Ende haben die Regionalliga-Volleyballer von Energie Cottbus auch ihr zweites Spiel gewonnen. FOTO: Steffen Beyer/sby1
Cottbus. Die Volleyballer vom SV Energie Cottbus gewinnen auch das zweite Regionalliga-Spiel. Keine Punkte gab es derweil für die Frauen des SVE. red/swr

Beim ersten gemeinsamen Heimspielauftritt der beiden Regionalliga-Teams des SV Energie Cottbus gab es nach dem Damenspiel zunächst lange Gesichter. Die neuformierte Vertretung unterlag dem USV Potsdam in weniger als einer Stunde Spielzeit mit 0:3 nach Sätzen. Trainer Marcus Benthin erkannte in dem Spiel seiner jungen Mädchen eine große Nervosität. Selbst einstudierte Situationen im Spielaufbau wollten nicht funktionieren. "Wenn Abgänge wichtiger Spielerinnen auf zentralen Positionen durch junge unerfahrene Spielerinnen kompensiert werden, dann muss ihnen auch eine gewisse Eingewöhnungszeit zugestanden werden", nimmt der Trainer seine Spielerinnen aber in Schutz. "In den kommenden Wochen geht es darum, unsere eigentliche Stärke zu zeigen."

Die sehr deutlichen Satzverluste (12:25, 11:25, 7:25) sind aber auch ein Ergebnis der Klasse eines eingespielten Gegners. Die Potsdamerinnen zeigten, dass sie in dieser Saison mit dem Serienmeister Rotation Prenzlauer Berg um die Meisterschaft kämpfen werden. Als wertvollste Spielerin auf Cottbuser Seite wurde die erfahrene Claudia Petschick ausgezeichnet.

Zwei Stunden später präsentierten sich die Energie-Herren bei ihrem ersten Heimauftritt. Nach dem gelungenen Auftakt beim Drittliga-Absteiger Berliner VV galt es den Schwung mitzunehmen und auch gegen den USV Potsdam Zähler zu sammeln. Die Potsdamer sind eine der dienstältesten Mannschaften der Regionalliga, stehen aber vor einem personellen Umbruch. Lediglich Mittelblocker Attila Dahmann, der unlängst mit dem SV Energie Cottbus bei den Senioren Deutscher Ü 41-Meister wurde, war keine unbekannte Größe.

SVE-Trainer Javor Takev forderte von seinen Spielern umso mehr eine konzentrierte Leistung. Dank guter Annahmeleistungen und hervorragender Blockarbeit konnte Energie die Potsdamer stets zwei bis drei Bälle auf Distanz halten und sich schließlich den ersten Duchgang mit 25:23 sichern. Schon jetzt schienen sich die Potsdamer ihrem Schicksal zu ergeben. Neben den Hauptangreifern René Andörfer und Sebastian Fritsche spielte sich insbesondere Rückkehrer David Roy förmlich in einen Rausch. Der später verdient zum wertvollsten Spieler auf Cottbuser Seite gekührte Diagonalangreifer stellte den gegnerischen Block und die Feldverteidigung vor unlösbare Probleme. Mit 25:18 holten sich die Cottbuser den zweiten Satz.

Nach komfortabler Führung bei 18:13 kamen der in der Vorwoche mit einer überzeugenden Leistung aufwartende Maik Hauzenberger und wenig später auch Mittelblocker Filip Gebert ins Spiel. Auch Neuzugang Aziz Ben Younes, ein tunesischer Student an der BTU Cottbus-Senftenberg, für den erst Stunden vor dem Spiel nach einem langwierigen internationalen Transferverfahren die Spielberechtigung vorlag, konnte seine ersten Spielzüge für Cottbus absolvieren. Diese Umstellungen brachte das Cottbuser Spiel allerdings ins Stocken. Die Landeshauptstädter nutzten die kurzzeitige Unordnung. Der Vorsprung schmolz zum Satzende auf bedrohliche zwei Ballpunkte, so dass Takev schließlich zurückruderte und mit der der Anfangsaufstellung das knappe 25:22 und damit den 3:0-Sieg ins Ziel rettete. "Die Burschen haben ihre Sache trotzdem gut gemacht. Ich mache ihnen keinen Vorwurf und werde ihnen weiter das Vertrauen schenken", widerspricht Trainer Javor Takev den Stimmen, die hier den Gesamterfolg in Gefahr geraten sahen.

In der kommenden Woche muss der SV Energie zum Aufsteiger Dessau, der Titelfavorit VfK Südwest Berlin mit 3:2 besiegte.