Wenn an einem Sonntag früh morgens das Technische Hilfswerk Absperrgitter entlang der Karl-Liebknecht-Straße aufstellt und wenn am Vormittag die ersten Schotten, Marienkäfer, Piraten und Cowboys durch die Innenstadt laufen,dann ist in Cottbus Karneval und der Zug der fröhlichen Leute zieht durch die Innenstadt.

Um die besten Plätze nahe der Tribüne vor dem Staatstheater zu ergattern, hatten sich viele Narren schon vor zwölf Uhr entlang der Absperrgitter aufgestellt. So wie Gisela Lehmann und ihre Tochter Liane, die jedes Jahr aus Leuthen nach Cottbus kommen. "Das ist für uns das Erlebnis des Jahres", sagt sie. Die Minusgrade machen Gisela und Liane Lehmann nichts aus: "Wir hatten die Hüte schon voller Schnee, aber das macht einem Narren nichts!"

Oder man macht es gleich wie Waltraud Stiller und Ramona Schneider, die sich zum Feiern ein dickes Bärenkostüm übergezogen haben und den Rest des Tages feiern wollen.

Für Marion Lohn ist der 22. Zug der fröhlichen Leute eine Premiere. Die Kölnerin, die in Berlin arbeitet, ist extra mit zwei ihrer Berliner Freunde nach Cottbus zum Karneval gekommen. "Mal schauen, ob Cottbus Karneval feiern kann. Die Berliner können das jedenfalls nicht", sagt sie.

Ausdauer haben die Cottbuser beim Feiern ganz offensichtlich. Rund zweieinhalb Stunden lang dauert es, bis die Faschingsparade mit 90 Festwagen und 165 Gruppen vorbei gezogen ist. Kamelle gibt es reichlich, dazu Konfetti, das die Karl-Liebknecht-Straße in einen bunten Teppich verwandelt. Und natürlich Musik, vom "Gangnam Style" über "Viva Colonia" bis hin zu "Über den Wolken" ist für jeden etwas dabei, der gern tanzen oder singen möchte.