Ansinnen der Landesregierung ist es, zu prüfen, inwiefern der Bau von Windkraftanlagen von frei stehenden Flächen auch auf heimische Wälder ausgedehnt werden kann. "Unsere Aufgabe bestand deshalb darin, den Wald nach vorgegebenen Kriterien zu prüfen, wo das Forstrecht Windkraftanlagen nicht ausschließt", erläutert Gerald Harnisch, Leiter des Fachteams Hoheit im Amt für Forstwirtschaft Doberlug-Kirchhain. Dabei sollte geklärt werden, welche Flächen unter anderem bedeutsam sind für Klima- oder Lärmschutz beziehungsweise im Sinne des Gemeinwohls als ausgewiesenes Erholungsgebiet gelten. Ziel war es, mögliche Ausschlussgründe für die Errichtung von Windkraftanlagen aufzuzeigen. Laut Gerald Harnisch traf diese Einschätzung auf etwa 50 Prozent der Gesamtfläche des Amtes zu. Was allerdings nicht bedeutet, dass diese Zahl als absolute Größe Bestand haben wird. Denn nach der Forst obliegt es nun anderen Trägern öffentlicher Belange, so etwa dem Umweltamt und der Unteren Naturschutzbehörde, die Gebiete in ihrem Interesse einer weiteren Überprüfung zu unterziehen. Dadurch, so Harnisch, wird sich die Zahl noch merklich reduzieren.Fest steht aber, dass die Potsdamer Landesregierung an ihrem Vorhaben festhalten wird. Das letzte Wort im Entscheidungsfall hat beim Privatwald aber immer noch der Waldeigentümer. Wenn er es nicht wünscht, dass auf seiner Waldfläche Windkrafträder aufgestellt werden, kommt das Projekt nicht zur Umsetzung. Im Klartext: Das Eigentumsrecht wird trotz des eisernen Willens der Landesregierung nicht gebrochen. Allerdings dürfte es auch aufgrund fälliger Geldüberweisungen an die jeweiligen Waldbesitzer im Positivfall nur eine Frage der Zeit sein, bis erste Windkraftanlagen von heimischer Kiefer umgeben sind und diese meterhoch überragen. Sven Gückel