"Ich bedauere den Tod von Ursula Herrmann und das Schicksal der Familie." Laut Anklage hatte der Mann im September 1981 die Schülerin aus Eching am Ammersee entführt, um zwei Millionen D-Mark zu erpressen. Das Mädchen erstickte in der Holzkiste, in der sie im Waldboden versteckt worden war. Dem 58-Jährigen wird erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge vorgeworfen. Er war im Mai 2008 in Kappeln (Schleswig-Holstein) festgenommen worden. Der Anklage zufolge hat er am 15. September 1981 in den Abendstunden die Schülerin auf deren Heimweg vom Rad gerissen und in den Wald verschleppt. In der dort vergrabenen Holzkiste erstickte das Mädchen wenig später, weil die primitive Belüftung von Laub verstopft war. Die Ehefrau des Beschuldigten ist wegen Beihilfe angeklagt.Bei den Eltern des Kindes gingen kurz nach der Entführung zwei Erpresserbriefe und Erpresseranrufe ein. Die Briefe soll die Ehefrau des Beschuldigten aus Textteilen von Zeitungen zusammengeschnitten haben. Der Angeklagte war schon einmal ins Visier der Ermittler geraten, aber den Beamten fehlten handfeste Beweise. Bei einer Hausdurchsuchung 2007 wurde ein Tonbandgerät gefunden, das der wichtigste Baustein der Anklage ist. Das Gerät soll Besonderheiten aufweisen, die exakt mit den von der Polizei veranlassten Mitschnitten der Erpresseranrufe übereinstimmen.Bis Jahresende sind 53 Prozesstage angesetzt. dpa/ig