Wie viele Menschen noch unter den Trümmern begraben seien, wollte er nicht sagen. Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf mindestens 22.

In der Stadt Van gruben Bagger im Schutt der Hotels Bayram und Aslan. Nach Berichten vom Donnerstag ist unter den Todesopfern auch ein japanischer Arzt, der nach dem Erdbeben im Oktober nach Van gereist war, um zu helfen. Er konnte zwar unter den Trümmern des Bayram Hotels rausgezogen und wiederbelebt werden, starb aber im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.

Der Erdbebenexperte Dogan Kalafat warnte im Sender CNN Türk vor weiteren schweren Nachbeben in drei Wochen. Die Menschen sollten nicht in ihre Häuser zurückkehren.

Die US-Erdbebenwarte hatte die Stärke des Bebens mit 5,6 angegeben.

Unterdessen wurde Kritik an Gouverneur Munir Karaloglu laut: Er hatte der Bevölkerung nach dem Oktober-Beben geraten, wieder in ihre Häuser zurückzukehren, falls sie nicht zerstört seien. Am Donnerstag protestierten Menschen in Van gegen Innenminister Beshir Atalay. Es kam zu Ausschreitungen, Polizisten setzten Gummiknüppel und Tränengas ein.

Die deutschen Hilfsorganisationen haben ihre Soforthilfe für die betroffenen Regionen aufgestockt. Die Diakonie Katastrophenhilfe gab am Freitag bekannt, mit weiteren 155 000 Euro rund 8000 Menschen mit Winterkleidung, Matratzen, Bettzeug und Öfen versorgen zu wollen.