Das Internet verändert die Möglichkeiten, bewegte Bilder zu empfangen. Neben dem klassischen TV-Programm schauen immer mehr Menschen im Internet, bei Plattformen wie Youtube oder Diensten wie Netflix oder Watchever. Fragen und Antworten rund um den Wandel des Fernsehens.

Was ist klassisches Fernsehen überhaupt?
Unter Fernsehen verstehen die meisten Menschen das sogenannte lineare TV-Programm. Sender zeigen, einem festen Zeitplan folgend, Sendungen, Filme oder Shows nacheinander. Der Zuschauer muss sich zwischen dem Tatort in der ARD, der Serie auf Sat.1 und der Doku auf Arte entscheiden. Gemessen wird die Zuschauergunst über die Einschaltquoten - wichtig vor allem für die Preise für die Werbung. Und was ändert das Internet?
Vor allem macht es Fernsehen unabhängig von Zeit, Ort und einem speziellen Gerät. Zunächst machten es sogenannte Mediatheken möglich, Sendungen im Internet zur Verfügung zu stellen. So können Zuschauer Verpasstes nachholen. TV kann auf dem Handy, dem Tablet, dem PC geschaut werden - und seit Smart-TV-Geräte selbst mit dem Internet verbunden sind, verschmelzen Online-Dienste zunehmend mit dem klassischen TV.

Was bedeutet das für die Fernsehsender?
Auch für die gibt es nun mehr Möglichkeiten, Zuschauer zu erreichen. Aber die Sender bekommen zunehmend Konkurrenz aus dem Netz. Das gilt für Online-Plattformen wie Youtube, auf denen Nutzer ihre eigenen Videos zeigen können, aber auch für Anbieter wie Netflix, die selbst produzierte Inhalte kostenpflichtig im Netz zeigen. Diese Angebote verändern zunehmend das TV-Verhalten der Menschen, besonders der jungen Generation.

Wird deswegen weniger klassisches TV geschaut?
Nein, bisher nicht. Seit dem Jahr 2000 ist die durchschnittliche TV-Sehdauer laut Branchenverband VPRT von 190 auf 221 Minuten pro Tag gestiegen. Die Deutschen schauen also sogar länger fern. Doch spannend wird es, wenn man die Zahlen auf Altersgruppen auftrennt. Die Menschen über 50 schauen am längsten, im Schnitt fast fünf Stunden am Tag. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es gut zwei Stunden - etwa vier Minuten weniger als ein Jahr zuvor. In dieser Altersgruppe sind Smartphones inzwischen mindestens so wichtig wie das TV-Gerät.