Zwei Menschen wurden verletzt und sechs Autos beschädigt, als der Zug aus zunächst ungeklärter Ursache die Stromschiene der Bahn auf 260 Metern Länge herunterriss. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen fahrlässiger Körperverletzung. Ein Sachverständiger wurde beauftragt, die Unfallstelle zu untersuchen. Die werktäglich 80 000 Fahrgäste müssen in den kommenden Tagen auf Busse umsteigen.

"Der Fahrer hat von einem Ruck berichtet, als wäre er über ein Hindernis gefahren", berichtete der Vorstand der Wuppertaler Stadtwerke am Freitag. Als Betreiberin der Schwebebahn stehen die Stadtwerke vor einem Rätsel. Der Stromabnehmer des Zuges war erst vor zwei Wochen ausgetauscht worden, als der Zug in der Hauptuntersuchung war. Die letzte Prüfung der Strecke war zwei Tage her. Die Stromschiene war rund 15 und ihre Halterung drei Jahre alt.

Eine Autofahrerin erlitt einen Schock. Dennoch habe man "großes Glück" gehabt - die massive Eisenschiene hätte auch leicht jemanden erschlagen können. Die Befürchtung, auf ihr könnten noch mehrere Hundert Volt Starkstrom tödliche Gefahr bringen, sei aber unbegründet gewesen. Mit dem Abreißen der Schiene sei auch der Stromfluss unterbrochen gewesen.

Sechs Menschen seien auf Schockzustände untersucht worden, zwei kamen ins Krankenhaus, sagte ein Sprecher der Stadtwerke. Die Bahn, zentrales Verkehrsmittel der Großstadt, wird voraussichtlich bis Ende kommender Woche stillstehen.

Lange Zeit galt die 112 Jahre alte Schwebebahn als sicherstes Verkehrsmittel der Welt. Doch 1999 war durch Schlamperei bei Bauarbeiten eine Metallkralle am Gleis vergessen worden. Ein Zug kollidierte mit der 100 Kilogramm schweren Kralle und stürzte in die Wupper: Fünf Menschen starben, 47 wurden verletzt.