Möglich wurde das Konzert vom ,,North Star Boys' Choir" durch einen persönlichen Kontakt mit dem künstlerischen Leiter Francis Stockwell. Stehenden Applaus gab es nach fast zwei Stunden für den ,,Zauber der Knabenstimmen".

Mit ,,Swing Low" stiegen die Stimmen im Kirchenschiff empor und verzauberten die Zuhörer bis zum Schluss. Erstaunlich vielfältig war das Chorrepertoire, das die zwei Teilchöre, die 15 Boys zwischen acht bis zwölf Jahren und die zehn jungen Männer, beherrschten. Mit wundervoll klaren Stimmen ausgestattet und musikalisch vom Maestro bestens präpariert, boten die jungen Sänger vom deutschen Barock über Swing und traditionelle amerikanische Rhythmen bis zum deutschen und steierischen Volkslied sowie Musical- und Spiritual ein äußerst vielfältiges Repertoire. ,,I Believe in Music" ertönte der Glaube an die Musik mit äußerster Reinheit im Kirchenschiff.

Die Welt mit Liedern unterhalten und mit Hoffnung erfüllen, diesen Virus hat der erfahrene und renommierte Musikpädagoge und Dirigent Francis Stockwell auf die Jungs übertragen. Mit großer Hingabe fügten sie gekonnt und erstaunlich sicher, den Chor gibt es erst seit November 2011, ihre Stimmen zum Chorus. Besonderen Spaß brachte der Knabenchor mit den Titeln der Barbershop-Musik, wie sie im 19. Jahrhundert in den Frisörläden New Yorks gesungen wurde, in die Kirche. Nur singen die North Star Boy' wahrscheinlich besser, denn bei den World Choir Games in Cincinnati 2012 gewannen sie damit eine Bronzemedaille. ,,Dabei hatte man uns davor gewarnt", erzählte Stockwell, weil diese Musik sonst zumeist nur Männerchöre zelebrieren. Aber auch in der Kirchhainer Stadtkirche kamen die Jungs mit ihren glockenhellen Stimmen und der kleinen Bühnenshow damit bestens bei den Zuhörern an.

Für Francis Stockwell war das Konzert in St. Marien übrigens ein ganz besonderes. Zustande gekommen ist es durch privaten Kontakt mit Anja Riedel. Die junge Lehrerin hat bei ihrem Schüler-Austauschjahr 2001 in Minnesota über ihre Gasteltern Francis Stockwell kennengelernt. Seitdem besucht der gebürtige Neuseeländer, der in verschiedenen Ländern Europas studiert und als Musiker und Dozent in der Schweiz gearbeitet hat, bevor er 1997 in die USA ging, alle zwei Jahre die Familie von Anja Riedel. Im vorigen Jahr war er beim Besuch von der Akustik des Kirchenraumes begeistert und ,,jetzt sind wir hier", sprühte er mit seinen Boys vor musikalischem Tatendrang. Zum Abschluss des Programms überraschten die jungen Sänger, indem sie ins Publikum mit ihrem Lied gingen und sich, wie auch nach dem Konzert, persönlich bei ihren Zuhörern bedankten. Auch wenn die Kirche leider nicht voll besetzt war, die Konzertbesucher schwärmten und würden den Chor gern wieder hören.