Der Designstudent und der 17 Jahre alte Bäckerlehrling Kevin K. waren zur falschen Zeit am falschen Ort. Nichtsahnend hielten sie sich in ihren Wohnungen im vierten Stock in der Severinsstraße auf, als sie am 3. März plötzlich mit unvorstellbarer Wucht in die Tiefe gerissen und unter tonnenschwerem Schutt begraben wurden. Die Familie des seit neun Tagen gesuchten Khalil hatte bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgegeben. Doch das Wunder von Köln ist ausgeblieben. "In Gedanken wirst du immer lebend bleiben und unter uns weilen", ist am Freitag in einem Trauer- und Gedenkbuch in einer direkt am Unglücksort liegenden Kirche zu lesen. Der Altarraum ist zum "Ort der Stille" für Betroffene, Anwohner, Helfer und trauernde Familienangehörige geworden. Ein großes Foto zeigt den jungen Khalil mit strahlendem Lachen. "Wir hoffen - gib' nicht auf", hatten seine Studienfreunde darüber geschrieben.Zuerst war der Leichnam von Kevin am vergangenen Sonntag entdeckt worden. Ein Heer von Einsatzkräften suchte weiter unter den gewaltigen und gefährlichen Trümmerbergen, Tag und Nacht, mit schwerem Gerät und bloßen Händen. Niemand wusste, wo der zweite Vermisste lag. Am Donnerstagabend stießen die Helfer dann auf einen männlichen Leichnam. Khalils Vater musste am Freitag den wohl schwersten Gang seines Lebens machen - und seinen toten Sohn identifizieren. Die Familie will den Leichnam in ihre Heimat Marokko bringen.Khalil G. habe nur ein Meter entfernt von Kevins Fundstelle gelegen, aber viel tiefer: "Wir mussten bis auf gut neun Meter herunter, Kevin hatte in drei Metern Tiefe gelegen", sagte ein Feuerwehrsprecher. Beide Opfer sollen sofort tot gewesen sein. Inzwischen wurde die Suche nach Vermissten eingestellt. dpa/han