Weißwasser. Drei, zwei, eins - meins. So oder so ähnlich werben Internethändler für das bequeme Einkaufen im Netz. Gerade in Gegenden, in denen wenige Geschäfte die Weihnachtskunden mit Angeboten locken, wird der Online-Versandhandel attraktiv. Dabei gelten auch für diesen bestimmte Regeln, die Verbraucher beachten sollten.

"Wir raten Verbrauchern, die im Internet Waren kaufen, dazu, bestimmte Vorgehensweisen einzuhalten", sagt Judith Sibilla von der Verbraucherzentrale (VBZ) in Weißwasser. So sollte der Käufer bereits vor der Bestellung einige Fragen beantworten: Auf welcher Homepage bin ich überhaupt? "Ein Blick in das Impressum ist immer wichtig", rät Sibilla. Gerade um zu klären, in welchem Land sich der Händler befindet. Dies sei für bestimmte gesetzliche Bestimmungen beispielsweise zum Widerrufsrecht oder Rücktritt vom Kauf entscheidend. Lassen sich Kundenbewertungen zu dem Händler über Suchmaschinen finden? "Das ist sehr einfach, indem man den Namen des Händlers einfach zum Beispiel bei Google eingibt", klärt die Verbraucherschützerin auf. Wenn sich dort allerdings Negativbewertungen häufen, rät sie von einer Warenbestellung ab.

Als einen der wichtigsten Hinweise für einen Online-Kauf hält Judith Sibilla, jedoch möglichst auf die Bezahlung per Vorkasse zu verzichten. "Diese Kaufoption erhöht das Risiko für den Käufer. Denn was ist, wenn die Ware nicht geliefert wird?", fragt sie. Dieses Risiko ließe sich umgehen, indem per Rechnung bezahlt wird. Gerade bei kleineren Unternehmen sei dies ratsam.

Wenn die Ware nicht gesendet wird, sei es juristisch so, dass der Käufer dem Verkäufer eine Frist setzen muss. "Diese sollte angemessen sein", sagt die Beraterin, "also mindestens eine Woche." Wenn dabei die zweiwöchige Frist für einen Widerruf überschritten ist, bliebe dem Kunden die Möglichkeit, vom Kauf zurückzutreten. "Wie beim Widerruf muss diese Rücktrittsbegründung schriftlich erfolgen", sagt Judith Sibilla. Alle Schreiben sollten dabei per Einschreiben oder per E-Mail aufgegeben werden. Sollte sich der Händler danach immer noch nicht rühren, bleibe nur noch, Anzeige gegen ihn bei der Polizei zu erstatten.

Seit Juni 2014 gilt zudem ein einheitliches Verbraucherrecht in der Europäischen Union. Danach soll ein EU-weites, einheitliches Schutzsystem in vielen Bereichen für die Verbraucher gewährleistet werden. So gilt ein Widerrufsrecht grundsätzlich 14 Tage nach Erhalt der Ware. "Falls der Käufer die Ware vor Ausübung des Widerrufsrechts erhalten hat, muss er sie spätestens nach 14 Tagen zurückgesandt haben", sagt Sibilla. Auch dabei muss schriftlich der Widerruf begründet werden. Im Gegenzug sei der Händler nach Rückerhalt verpflichtet, den Preis innerhalb von zwei Wochen zu erstatten .

Zum Thema:
Seit dem 13. Juni 2014 gilt ein EU-weites Verbraucherrecht. Die Richtlinie regelt Kauf- und Dienstleistungsverträge sowohl im stationären Handel als auch im Fernabsatzgeschäft. Darin enthalten sind Verpflichtungen für Händler vor Vertragsabschluss sowie für Käufer nach Vertragsabschluss. Weitere Infos unter www.eu-verbraucher.com