Was ist im Erbschaftsteuerrecht neu ab diesem Jahr? Neu geregelt sind die steuerlichen Freibeträge und auch die Steuersätze für das Erben. Sind die Eltern vorverstorben, beträgt der Freibetrag für jedes Enkelkind 400 000 Euro. Das gilt auch für Schenkungen. Ebenfalls neu ist die Bewertung von Betriebsvermögen und Immobilien. Wie hoch sind die Freibeträge? Deutlich höhere Freibeträge gibt es für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner (500 000 Euro), für Kinder (400 000 Euro) und für Enkel (200 000 Euro). Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder erben Wohneigentum steuerfrei, wenn sie es zehn Jahre weiter bewohnen. Für Kinder gilt dies bis zu einer Grenze von 200 Quadratmetern Wohnfläche.Mein Vater hatte drei Kinder und ist vor Jahren verstorben, ohne ein Testament zu hinterlassen. Er war mit meiner Stiefmutter ohne Ehevertrag verheiratet, die einen eigenen Sohn in die Ehe mitgebracht hat. Wer erbt nach der Stiefmutter? Es handelt sich hierbei um zwei verschiedene Erbfälle. Im ersten Erbfall, dem Tod des Vaters, sind gesetzliche Erben die Stiefmutter zur Hälfte und die drei leiblichen Kinder des Vaters zu je einem Sechstel Anteil. Im zweiten Erbfall, dem Tod der Stiefmutter, erbt nur ihr leiblicher Sohn - auch die vom Vater ererbte Hälfte. Die Kinder des Vaters sind beim Ableben der Stiefmutter nicht gesetzlich erbberechtigt.Ich lebe mit meinem Freund in einer im Register eingetragenen Lebenspartnerschaft. Hat das erbschaftsteuerliche Auswirkungen? Zwischen dem Lebensgefährten und dem Partner einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft bestehen gravierende Unterschiede. Für die gleichgeschlechtlichen Lebenspartner wurden erhebliche Verbesserungen im Erbschaft- und Schenkungssteuerrecht erzielt. Sie haben jetzt einen Freibetrag von 500 000 Euro. Lebensgefährten unterschiedlichen Geschlechts werden dagegen wie völlig fremde Personen behandelt. Deren Freibetrag beträgt nur 20 000 Euro. Wir sind Eheleute und haben zwei Kinder. Unser gemeinsames Wohnhaus möchten wir einem der Kinder übertragen. Können Pflichtteilsansprüche des Geschwisterkindes ausgeschlossen werden? Nur durch Vertrag kann auf diesen Anspruch verzichtet werden. Ein solcher Pflichtteilsverzichtsvertrag muss notariell beurkundet werden. Eine handschriftliche Vereinbarung ist nicht wirksam. Wenn ein Verzicht nicht möglich oder nicht gewünscht ist, können Pflichtteilsansprüche durch rechtzeitige Nachlassplanung verhindert oder zumindest reduziert werden. Der Notar kann Ihnen hierzu Gestaltungen vorschlagen. Ich möchte einem Freund, der mich unentgeltlich pflegt, mein Vermögen vererben. Was tun? Wer jemanden unentgeltlich pflegt, bekommt einen zusätzlichen Pflegefreibetrag von 20 000 Euro. Der Pfleger muss aber im Testament erwähnt sein. Wir haben ein Einfamilienhaus und das Erbe durch ein Berliner Testament geregelt. Welche Folgen hat dies? Zuerst wird der länger lebende Ehepartner erben. Erst später erben die Kinder zu gleichen Teilen. Die Folge ist, dass im ersten Erbfall die möglichen Steuerfreibeträge der Kinder verschenkt werden. Dies wirkt sich jedoch erst aus, wenn das Vermögen des verstorbenen Ehepartners neben dem Einfamilienhaus höher als 500 000 Euro ist, dann muss der überlebende Ehepartner Erbschaftsteuer zahlen und die hohen Freibeträge der Kinder kommen nicht zum Zuge.Wir haben Land. Mein Mann ist verstorben, ich bilde mit meinen zwei Kindern eine Erbengemeinschaft. Dabei erhalte ich 50 Prozent des Erbes. Was muss ich beachten? Über die Gegenstände der Erbschaft, zum Beispiel Grundstücke, kann die Erbengemeinschaft nur gemeinschaftlich verfügen. Nur über Ihren Anteil an der Erbengemeinschaft selbst können Sie frei verfügen. Tun Sie nichts, so erben später ihre Kinder und somit auch Ihren Erbanteil nach Ihrem Ehemann. Meine beiden Töchter erben später mein Haus im Wert von 300 000 Euro. Wenn die Älteste der Jüngsten ihren Erbteil auszahlt, wird dann Erbschaftsteuer fällig? Nein, denn beide Töchter bleiben unter dem jeweiligen Freibetrag in Höhe von 400 000 Euro. Ich möchte mein Haus an meinen einzigen Sohn vererben. Bleibt es steuerfrei, wenn er es nicht selbst nutzt? Wenn der Sohn nicht selbst im Haus wohnt, bleibt das ererbte Haus für ihn nur im Rahmen seines Steuerfreibetrages von 400 000 Euro steuerfrei.