Wie Markus Bathen vom Spremberger Wolfsbüro anmerkt, wechseln Wölfe in manchen Fällenihren Stammplatz. „Im Beispiel von Welzow wird nach unseren Vermutungen die Tatsache den Ausschlag gegeben haben, dass der Rüde im November des vergangenen Jahres überfahren wurde“, sagt er. „Daraufhin gesellte sich ein neuer Rüde zum ansässigen Weibchen, der womöglich schon vorher die Gegend um Greifenhain erkundet hat.“

Außerdem grenzt das Revier des Welzower Rudels direkt an den Aufenthaltsort der Wölfe im Seenland. „So weichen die Wölfe aus Welzow wohl nach Westen aus, weil sie ein eigenes Jagdgebiet für ihre Ernährung benötigen“, erläutert Markus Bathen. In der Lausitz sind derzeit neun Wolfsrudel nachgewiesen, wie das Kontaktbüro mitteilt.

Sechs dieser Rudel leben demnach im sächsischen Teil der Lausitz, zwei weitere im brandenburgischen Teil. Das Spremberger Rudel besetzt sein Territorium unterdessen sowohl auf sächsischem als auch auf brandenburgischem Gebiet. Ein freilebendes Wolfsrudel besteht nach Auskunft der Experten in der Regel aus einem Elternpaar und den Nachkommen der vergangenen zwei Jahre.

Projektleiterin Vanessa Ludwig erklärt: „Im Alter von einem bis zwei Jahren wandern die meisten Jungtiere auf der Suche nach einem eigenen Revier ab.“ Im September klagten Züchter aus Trattendorf, Proschim und der weiteren Umgebung über von Wölfen gerissene Schafe.

Seit einigen Wochen ist jedoch kein weiterer Fall aus der Spremberger Region öffentlich bekannt geworden.