"Ein Problem ist bisher nicht deutlich geworden: Bauherren müssen quasi eine eigene Buchführung für ihren Wohn-Riester machen - Jahr für Jahr", sagt Prof. Heinrich Bockholt von der Fachhochschule Koblenz. Bauherren müssen zwar grundsätzlich immer rechnen können. "Sobald sich etwas ändert, müssen Sparer das beim Wohn-Riester aber auch der Bank mitteilen", sagt Bockholt.Zu viel Papierkram"Nimmt beispielsweise ein Häuslebauer mit Frau und zwei Kindern die Förderung in Anspruch", erläutert Bockholt, "dann fließt auch für diese der jährliche Zuschuss ein. Fällt dann ein Kind des Alters wegen aus dem Kindergeldbezug heraus, erhält der Vater für dieses Kind auch keine Förderung mehr." Die Bank müsse solche Veränderungen nicht von sich aus nachfragen - die Familie muss solcherlei Buchhaltung erledigen und der Zulagenstelle die Informationen selbst zukommen lassen.Auch die Papierarbeit für andere "Störfälle" habe der Gesetzgeber "dem Bürger aufgehalst", sagt Bockholt. Schnell fielen Sparer aus dem Förderkatalog heraus, wenn sich im Leben Brüche ergeben.Guthaben muss wandern Bei Vermietung oder Verkauf einer Immobilie, zum Beispiel aufgrund von Scheidung oder Tod, muss das geförderte Guthaben innerhalb von vier Jahren in eine neue Immobilie wandern. Andernfalls muss der Stand des Wohnförderkontos, auf das Zulagen und eigene Einzahlungen auf dem Papier wandern, unmittelbar versteuert werden - und so viel Geld haben gerade Bauherren selten auf der hohen Kante. Übergangslösungen sind bei beruflich erzwungenem Aus- und Umzug möglich, doch dies muss genau nachgewiesen werden. Die Stiftung Warentest hat in ihrer Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 2/2009) dennoch vorgerechnet, dass sich die neuen Produkte lohnen können. Wer ein Riester-Darlehen mit staatlicher Förderung zum Hausbau nutzt, könne in vielen Fällen viel Geld sparen - durch die Zulagen, Steuervorteile und Zinsersparnisse. Der Zinssatz für das Riester-Darlehen sollte nicht viel höher sein als für einen Kredit ohne Förderung, raten die Experten. Je nach Einkommen, Alter und Kinderzahl falle die Förderbilanz unterschiedlich aus - im Plus seien Hauseigentümer aber immer, lautet ihre Bilanz.Von 86 angeschriebenen Instituten konnten nur sechs ein passendes Angebot für den Modellfall einer Familie mit zwei Kindern machen. Die meisten Banken wollen laut "Finanztest" vorerst keine eigenen Riester-Darlehen anbieten. Reine geförderte Annuitätendarlehen ohne Bindung an einen vorherigen Bausparvertrag gebe es so gut wie gar nicht.Auf Zinssatz achten Der Baufinanzierungsexperte Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen empfiehlt, keinen Vertrag zu wählen, bei dem der Zinssatz mehr als einen halben Prozentpunkt schlechter ist als bei einem ungeförderten Darlehen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät außerdem, mit dem Abschluss eines Wohn-Riester-Vertrags möglichst noch zu warten. Finanzexperte Thomas Bieler rechnet damit, dass in nächster Zeit weitere Angebote auf den Markt kommen. "Wer mit dem Abschluss noch wartet, kann am Ende der Gewinner sein."