Rund 140 Familienferienstätten gibt es in ganz Deutschland. Das sind gemeinnützige Einrichtungen, die es Familien mit Kindern und begrenztem Budget ermöglichen, an den schönsten Tage des Jahres zu verreisen. Getragen werden die Ferienstätten vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, dem Evangelischen Arbeitskreis Familienerholung und dem Katholischen Arbeitskreis für Familienerholung. In einigen Häusern gibt es sogar ein Schwimmbad oder eine Sauna, andere bieten spezielle Kreativangebote wie etwa Mal- und Zeichenkurse. In touristisch interessanten Regionen liegen sie alle: auf den Inseln in Nord- und Ostsee, in den Alpen oder in den Mittelgebirgen.
Für die Reise dorthin und den Aufenthalt in einer Familienferienstätte gibt es einen staatlichen Zuschuss, der bei den Wohlfahrtsverbänden beantragt werden kann. Je nach Einkommen gestaffelt liegen die Zuschüsse in Brandenburg zwischen 5,20 Euro und 7,70 Euro pro Person und Tag. Eine Familie, die ausschließlich von der Sozialhilfe lebt, erhält den Höchstfördersatz. In Sachsen gelten andere Einkommensgrenzen, gezahlt werden maximal 7,50 Euro pro Person und Tag.

Rund 700 Anfragen pro Jahr
"Wir hatten im vergangenen Jahr rund 700 Anfragen", sagt Regina Liepelt, Sachbearbeiterin für Familienförderung im Caritasverband für das Bistum Görlitz. Bis zum Sommer rechnet sie mit einer gesetzlichen Neuregelung, die höhere Zuschüsse verspricht. „Wichtig ist, dass interessierte Familien einen Antrag auf Förderung stellen, bevor sie in den Urlaub abreisen.“ Anderenfalls würden sie die Beihilfe verschenken.
Für kinderreiche Familien, die die Kriterien für einen Aufenthalt in einer Familienferienstätte nicht erfüllen, gibt es alternativ ein Angebot des christlichen Gästehauses Schönblick in Baden-Württemberg. Für 99 Euro pro Tag können Familien dort Urlaub machen - unabhängig davon, wie viele eigene Kinder sie mitbringen. Neben einer Vollpension sind auch Ermäßigungen etwa für den Eintritt in den Stuttgarter Zoo im Preis eingeschlossen.
"Ich komme selbst aus einer Familie mit sieben Kindern", sagt der Leiter der Einrichtung, Martin Scheuermann. "Wir sind in meiner ganzen Kindheit und Jugend genau zweimal in den Urlaub gefahren." Auch heute könnten sich viele Großfamilien keinen gemeinsamen Urlaub leisten. "Aus christlicher Nächstenliebe" habe man sich für das Angebot entschieden, auch wenn es "für uns eigentlich unprofitabel ist". Finanziert wird das Gästehaus zusätzlich von Spendern und Sponsoren, die sich für Familien engagieren. "Viele reden nur von Familienförderung", sagt Scheuermann. "Wir wollten einfach einmal ein Zeichen setzen."

Service Katalog mit Unterkünften und Ansprechpartnern
  Das Bundesfamilienministerium bietet im Internet den Katalog „Urlaub mit Familie“ unter www.katalog-familienurlaub.de an. Hier werden die Häuser vorgestellt und die Bedingungen für die Förderung in den einzelnen Bundesländern erläutert.
Ansprechpartner sind die Familien- und Wohlfahrtverbände wie der Brandenburgische Landesverband allein erziehender Mütter und Väter (Telefon 03381/718945) oder der Arbeiterwohlfahrtsverband Sachsen (Telefon 0351/847040)
Zuschüsse gibt es in Brandenburg für zehn, höchstens 14 Tage. In Sachsen werden sieben bis 12 Tage gefördert. Beantragt werden kann die Beihilfe auch von Großeltern, die mit ihren Enkeln verreisen.