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| 01:23 Uhr

Wo Bastlerherzen höher schlagen

Hans Joachim Klingbeil hat den Cottbuser Altmarkt als Modell nachgebaut – so wie er in den 1930er-Jahren aussah.Foto: Hofmann
Hans Joachim Klingbeil hat den Cottbuser Altmarkt als Modell nachgebaut – so wie er in den 1930er-Jahren aussah.Foto: Hofmann FOTO: Hofmann
Cottbus. Ein Stück altes Cottbus lebt in der Weihnachtsausstellung des Eisenbahnclubs „Spreewaldbahn“ Cottbus auf. Bereits zum 20.

Mal präsentieren die Modellbahner ihre Werke in der Cottbuser Stadthalle. Dieses Mal entführen sie die Besucher ins Vorkriegs-Cottbus und die Zeiten der Spreewaldbahn.

Die historischen Modellbauten des Altmarkts mit dem Rathaus aus den 1930er-Jahren und dem Spreewaldbahnhof im Zustand von 1960 sind die Höhepunkte der Ausstellung. Gefertigt wurden sie von Hans Joachim Klingbeil und Rainer Kolb im Maßstab 1:87. "Wir haben überwiegend Sperrholz verarbeitet und zusammengeklebt. Alles naturgetreu, so wie es in Cottbus damals aussah", erklärt Klingbeil die Entstehungsgeschichte. Er stammt aus Cottbus und wollte unbedingt alte Gebäude und Geschäfte der Stadt, die nicht mehr existieren, in miniaturisierter Form nachbauen. Seit 2006 ist Klingbeil mit dem Holzbau und der Altmarktmodellierung beschäftigt. "Das Wissen, an welcher Stelle welches Gebäude stand, habe ich aus dem Stadtarchiv und der Altmarkt-Chronik." Sein Ziel: Am Ende den gesamten Altmarkt mit allen damaligen Geschäften zu zeigen. Für den Spreewaldbahnhof hat er mehr als ein halbes Jahr benötigt.

Sieben Modelleisenbahnanlagen werden in der Stadthalle vorgeführt, darunter vier Großanlagen. Erstmals gibt es die auf PC-Steuerung umgebaute Clubanlage des Bahnhofs Lübben von 1960 mit der bereits digitalisierten Spreewaldbahn zu bestaunen. "Mithilfe der neuartigen Software ist es uns möglich, sechs Gleise des Lübbener Bahnhofs im Maßstab 1:87 mit umfangreichem Fahrbetrieb zu zeigen", erläutert Joachim Metzner, Vorsitzender des Eisenbahnclubs "Spreewaldbahn" Cottbus. Der Bahnhof bestand bis zu seiner Stilllegung im Jahre 1970.

Ein Klassiker der Ausstellung ist die Winterlandschaftsanlage des Clubmitgliedes Hans-Joachim Bänsch. Die dritte große Modellbahn kommt von den Neupetershainer Modellbahnfreunden. Ergänzt wird die Ausstellung von einer Anlage der sächsischen Firma Tillig.

Der Eisenbahnclub "Spreewaldbahn" hat gegenwärtig 28 Mitglieder. Der Verein ist Rechtsnachfolger der 1966 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Cottbus des Deutschen Modelleisenbahnverbandes, die 1980 den Namen "Spreewaldbahn" erhielt, weil sie sich mit deren Geschichte auseinandersetzte und Teile der Bahn als Modell realisierte.

Seit knapp zwei Jahren besitzt der Verein eine Jugendgruppe, die bei der Weihnachtsausstellung ihre erste modellierte Bahnanlage zeigt. "Letztes Jahr hatten wir 4000 Besucher, in diesem Jahr wollen wir die 5000er-Marke knacken", sagt Joachim Metzner. Rüdiger Hofmann

Termin: Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt für Erwachsene drei, für Kinder einen Euro.