Frau Weichert, die Arbeitslosigkeit in Ihrem Bereich ist leicht gestiegen gegenüber dem Vormonat. Woran liegt das?
Das ist saisonbedingt und passiert jedes Jahr in den Monaten November und Dezember.

Also sind es Bauarbeiter, die sich jetzt arbeitslos melden?
Nicht nur die. Auch Landschaftsgärtner und solche mit Außentätigkeiten sind davon betroffen.

Wird es noch schlechter?
Zunächst ist der Tierpunkt noch nicht erreicht. Aber spätestens, wenn es schneit, wird sich das verstärken. Die Leute sind dann gemeldet, bis es Frühling wird.

Müssen die Leute den ganzen Winter daheim verbringen?
Nein. Wir versuchen, ihnen alternative Tätigkeiten zu vermitteln, die saisonbedingt an den Winter geknüpft sind, wie den Winterdienst. Bei den Bauarbeitern bietet es sich an, ihnen Schulungsmaßnahmen zu vermitteln. Der Metallbauer kann beispielsweise eine Schweißprüfung machen. So kann man die Zeit für die Arbeitssuchenden sinnvoll gestalten, und sie werden pünktlich zu Saisonbeginn fertig. Auch Bewerbungstrainings bieten wir an, damit die Leute besser Arbeit finden.

Welche Berufe sind gerade gefragt?
Gesucht werden besonders Altenpfleger, Schlosser und Klempner. Sie können recht leicht Arbeit finden.

Mit Ute Weichert sprach

Peter Althaus

Im November ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Spree-Neiße gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen. Mit einer Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent liegt die Arbeitslosigkeit um 0,3 Prozentpunkte über dem Niveau des Vormonats sowie um 0,2 Prozentpunkte über dem des Vorjahres.

Insgesamt waren im Landkreis Spree-Neiße im Oktober 6351 Personen arbeitslos gemeldet. Dies bedeutet gegenüber dem Vormonat einen Anstieg um 182 Personen.

Im Rechtskreis Sozialgesetzbuches II ist ein Anstieg um 74 Personen, im Rechtskreis SGB III ein Anstieg um 108 Personen zu verzeichnen. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Rechtskreis SGB II, deren Vermittlung in die Zuständigkeit des Jobcenters Spree-Neiße fällt, beträgt gemessen an allen Arbeitslosen 67,3 Prozent. In einem regionalen Vergleich ist dieser Anteil als verhältnismäßig gering.

Gesunken ist jedoch die Zahl, der durch das Jobcenter Spree-Neiße, betreuten Bedarfsgemeinschaften und Leistungsbezieher. So waren im Oktober noch 7363 Bedarfsgemeinschaften registriert, im November hingegen lediglich 7328. Die Zahl der Leistungsbezieher ging um 81 von 12 274 auf 12 193 zurück.