Vier Windräder stehen bereits bei Schadewitz. „Das Gebiet soll umfassend ausgeweitet werden“, sagt Bauamtsleiterin Margitta Görs. „Bis zu 20 weitere Windkraftanlagen können aufgestellt werden, zwei davon an den Grenzen des alten Bebauungsplans.“ Im Entwurf des Teilregionalplanes „Windkraftnutzung“ der Regionalen Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald ist auf den Gemarkungsflächen Gliechow, Groß Mehßow, Groß Jehser und Kemmen das Windeignungsgebiet „Wind 26“ Calau-Schadewitz ausgewiesen. Dieses Gebiet ist rund 316 Hektar groß.

„Der vorhandene, rechtskräftige Bebauungsplan WKA Schadewitz wird nun überplant“, erklärt Helga Jochintke vom Calauer Bauamt. Zur Sicherung der städtebaulichen Entwicklung wird für den Bereich des Windeignungsgebiets die verbindliche Bauleitplanung festgelegt.

Für das gesamte Gebiet WKA Schadewitz 1 und 2, rund 383 Hektar, schließt die Stadt Calau mit der Cuxhavener PNE Wind AG einen städtebaulichen Vertrag ab, in dem geregelt ist, wie der Bebauungsplan erarbeitet wird. In dem Verfahren werden Erschließungsmöglichkeiten, nachbarrechtliche Belange, die Interessen aller Betroffenen, Versiegelungen, Kabeltrassen, Ausgleichsmaßnahmen und die Auswirkungen auf das Landschaftsbild geprüft. In den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung wurde festgelegt, dass bereits vor der Realisierung abgestimmt wird, welche Ersatzpflanzungen vom Vorhabenträger vorgenommen werden. Die festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen sollen bis spätestens ein Jahr nach der Fertigstellung der Windkraftanlagen vorgenommen werden. Dazu kommt die Pflege bis zu drei Jahre ab Pflanzung.

„Da sich das Windvorranggebiet auch in einem Waldgebiet befindet, sind Abstimmungen mit der zuständigen Forstbehörde bereits in der Planungsphase erforderlich“, sagt die Bauamtsleiterin. Es sollen Standorte und Zuwegungen für die Windräder so festgelegt werden, dass möglichst wenig Forstfläche in Anspruch genommen wird. Vertraglich festgelegt wird, dass der Vorhabenträger den Entwurf eines Bebauungsplanes mit integrierter Grünordnung durch ein Luckauer Ingenieurbüro erarbeiten lässt. Die Kosten übernimmt PNE. An der Umsetzung des gesamten Vorhabens ist auch die UKA GmbH aus Lohmen interessiert. „Beide Firmen haben eine vertragliche Vereinbarung zur Realisierung des Windparks getroffen“, so Margitta Görs.

Die Bauamtsleiterin betonte im Bau- und Finanzausschuss, dass durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes die Stadt bei der Gestaltung des Gebiets mitreden kann. Sie rechnet damit, dass im November der Entwurf in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt wird. Das Verfahren werde dann mindestens anderthalb Jahre brauche, ehe die Planung rechtskräftig ist.

Einwohner aus den angrenzenden Orten haben bisher die Diskussion in den Fachausschüssen und der Stadtverordnetenversammlung verfolgt. Sie schauen aufmerksam darauf, welche kommunalen Straßen und Wege für Schwerlasttransporte benötigt werden. Roswitha Reiche (LW) hatte im Bau- und Finanzausschuss die Frage gestellt, ob der Rückbau der Zuwegung gewollt wird. „Es geht ja nicht nur um die Bauphase. Später kommen auch Fahrzeuge, die zur Instandhaltung und Reparatur an die Windräder heranfahren“, erklärte sie.

Im Zusammenhang mit dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans WKA Schadewitz 1 und 2 haben die Stadtverordneten weitere Beschlüsse gefasst, die sich aus der Zusammenführung der beiden Gebiete und der zum Teil schon vorliegenden Planung ergaben. So wurde eine Ausnahme von der Veränderungssperre des Bebauungsplans Schadewitz 2 beschlossen. Und es gibt eine Satzung, die die Planung im Gebiet des Bebauungsplanes regelt.