Eine alte Fregatte taucht auf, auch ein Haus, ein Ufer lässt sich erahnen, Papierschiffchen kämpfen in den Wellen, und der Steg mit großem Geländer schiebt sich ins Nass. Aufgespachtelt hat das mit Acrylfarben Marco Oelker aus Hoppegarten. Bilder von ihm hingen schon im Rathaus Neuenhagen, in der Strausberger Sparkassenfiliale, in der Kleinen Galerie in Eberswalde und auf Schloss Hardenberg. Vor zwei Jahren wurde er mit dem deutschlandweit ausgeschriebenen Förderpreis für Malerei von behinderten Menschen ausgezeichnet. Und weil er zu den erfolgreichsten Malern der Künstlergruppe DahmshöheART gehört, haben seine Kollegen schon versucht, das wilde Spachteln zu kopieren. Doch Klaus Deutsch, Maler und Leiter der Künstlergruppe, schmunzelt über diese Versuche. Nur Oelker weiß, wo das Rot im Himmel enden und ins Wasser fallen darf, wo das grelle Gelb schüchtern durch Flut wabern kann. Kein Spachtelstrich zu viel, keiner zu wenig. Es war auch für Klaus Deutsch ein Feiertag, als Marco Oelker stolz vor seinem Bild auf Schloss Hardenberg stand. Ein kleiner Erfolg im Kampf zwischen Behinderung und Kunst. Denn keine der rund 20 Mitstreiter der Dahmshöher Künstlergruppe verdient es, dass der Blick auf seine Bilder, Skulpturen und Keramiken durch seine körperliche oder Lernbehinderung verstellt wird. Mit der Dahmshöher Ausstellung, die die Spremberger Lebenshilfe sich nun zum 20. Geburtstag ins Rathaus geholt hat, hat sie auch den Menschen der Region ein Geschenk gemacht. Bis Ende Mai ist die Schau behinderter Künstler im Rathaus-Foyer zu sehen. Annett Igel