Rehe dagegen sind dumm und kommen daher am häufigsten unter die Räder. Denn sie erkennen fahrende Autos nicht als Gefahr. Das Schwarzwild wiederum ist klug und lernfähig. Lebensmüde zeigen sich meist nur von der Fress-Sucht unter Eichen übermannte Jährlinge und Frischlinge, wenn sie der Bache unbedacht über die Fahrbahn folgen. Das sagt Martin Graf aus Senftenberg.

Der erfahrenen Jäger und Vorsitzende der Hegegemeinschaft Schwarze Elster – Ruhlander Schwarzwasser, die das Wildgebiet südlich des Heimatflusses im Oberspreewald-Lausitz-Kreis betreut, wundert sich über die Unfallschwerpunkte keineswegs. Die Zahl der Kollisionen von Fahrzeugen mit wild lebenden Tieren ist im Oberspreewald-Lausitz-Kreis konstant hoch – bei gleich bleibendem Wildbestand, betont der Experte.

Von 512 Stück erlegtem Rehwild in den Jagdbezirken der Hegegemeinschaft sind im vergangenen Jagdjahr 69 (14 Prozent) bei Unfällen getötet worden. Nur 15 Wildschweine (3 Prozent) der erlegten 504 Schwarz kittel ließen ihr Leben nicht durch die Kugel, sondern kamen unter die Räder. Von 76 Stück erlegtem Rotwild, das im Südkreis selten, auf den weiten Kippenflächen im Norden des Kreisgebietes aber verbreitet ist, wurden vier Tiere im Straßenverkehr getötet.

Eine große Gefahrenzone ist die Landstraße zwischen Guteborn und Grünewald. Dort wechselt schon seit Jahrhunderten vor allem Reh- und Schwarzwild aus der Königsbrücker Heide. Im dortigen Jagdrevier Rohatsch sind von 13 erlegten Rehen allein sieben auf der Verkehrsader überfahren worden.