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| 02:50 Uhr

Wie Senioren viel Geld sparen können

Werder. Rabatte für Senioren gibt es viele. An welchen Stellen Ältere etwas sparen können und wie viel, ist aber sehr unterschiedlich. Deshalb lohnt es sich, gezielt bei Kommunen oder Einrichtungen nach möglichen Vergünstigungen zu fragen. Andrea Frey

Senioren sind Sparfüchse. Das glaubt zumindest Holger Scheinpflug. Er ist Geschäftsführer der Agentur Agent4com in Werder bei Potsdam, die das Internetportal Planet Senior für die Zielgruppe 50plus betreibt. "Senioren schauen aufs Geld und suchen nach Rabatten", sagt er über die Nutzer der Plattform. Das tun sie selbst dann, wenn sie es aus finanziellen Gründen eigentlich nicht müssten. "Viele gehen die Schnäppchenjagd wie einen Sport an."

Lebensstandard sehr unterschiedlich. Viele Menschen jenseits der 55 Jahre haben tatsächlich das nötige Kleingeld: Laut Statistischem Bundesamt hatten alleinlebende Männer 2008 monatlich ein verfügbares Einkommen von 2300 Euro, Frauen konnten im Schnitt 1600 Euro und Paare zwischen 55 und 64 Jahren 3708 Euro ausgeben. Andere wiederum müssen auf jeden Cent schauen. 410 000 Menschen waren auf die Grundsicherung im Alter angewiesen.

"Daher ist es wichtig, sie auf vergünstigte Angebote aufmerksam zu machen", sagt Dorota Trippen, Sprecherin der Initiative Vital in Deutschland in Köln. "Nur, weil man nicht mehr arbeitet, bedeutet das nicht, dass man nicht mehr am Leben teilnehmen und etwas erleben kann."

Mit Ermäßigungen vertraut machen. Manchmal machen erst Rabatte den Älteren einige Unternehmungen wieder möglich. Dadurch bleiben sie länger aktiv.

Ermäßigungen für Ältere gibt es viele. Altersabhängige Rabatte, die verschiedene Einrichtungen gewähren, kommen Senioren teils unabhängig vom Einkommen, teils in Abhängigkeit von ihren Bezügen zugute. "Die Rabatte werden insgesamt sehr uneinheitlich gewährt", sagt Scheinpflug. Mal gibt es Vergünstigungen bereits ab 55, mal ab 60 oder erst ab 65 Jahren. "Personal- und Rentenausweis sollten ständiger Begleiter sein, damit man sein Alter nachweisen kann", rät Trippen.

Regional unterschiedlich. "Es gibt zudem nur wenige bundesweit einheitliche Angebote wie die Senioren-Bahncard. Oft ist es von den Kommunen, Städten und Gemeinden oder sogar von einzelnen Einrichtungen abhängig, wann, wo und wie viel Rabatt die älteren Bürger bekommen", sagt Ulrike Lenz, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (Bagso) in Bonn. "Am besten erkundigen sie sich beim zuständigen Seniorenamt, dem Seniorenbeirat, dem Seniorenbeauftragten oder einer speziellen Beratungsstelle ihrer Kommune."

Internet-Datenbanken nutzen. Einen Überblick können sich Ältere auch im Internet verschaffen. Einige Datenbanken befinden sich derzeit im Aufbau - neben Planet Senior auch Vital in Deutschland oder Bagso. Dort können Senioren gezielt nach Sonderpreisen suchen.

Rundfunk und Fernsehen. Ältere Menschen haben bundesweit die Möglichkeit, sich von den Rundfunkgebühren befreien zu lassen. Dieser Seniorenrabatt ist allerdings einkommensabhängig und kommt nur für die Menschen infrage, die auf die Grundsicherung im Alter angewiesen sind. Das müssen sie der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) gegenüber nachweisen.

Verkehr. "Im Alter mobil zu bleiben, ist wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe", erklärt Lenz. Daher sind Vergünstigungen im Nah- und Fernverkehr für ältere Menschen, die vielleicht kein eigenes Fahrzeug mehr besitzen, entscheidend. Reisende, die älter als 60 Jahre sind, erhalten beispielsweise die Bahncard 50 zum reduzierten Preis. Sie zahlen nur 122 statt 240 Euro und können ein Jahr lang zum halben Ticketpreis Zug fahren. Auch viele Anbieter im öffentlichen Nahverkehr gewähren Senioren Rabatt.

Kultur. Viele Museen, Theater- oder Opernhäuser bieten Senioren ebenfalls Rabatte. Wer wofür wie viel Ermäßigung gibt, lässt sich an der Kasse erfragen. "Museen bieten Ermäßigungen zum Beispiel an Wochentagen zu eher besucherarmen Zeiten an", sagt Scheinpflug. Auch Bibliotheken gewähren Älteren oft Sonderkonditionen auf den Leseausweis.

Sport und Freizeit. Sportvereine und Schwimmbäder räumen Senioren ebenfalls Preisnachlässe ein. Es lohnt eine Nachfrage vor Ort. Teilweise gewähren sogar Fußballvereine vergünstigte Konditionen für die älteren Fans. "Beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt zahlen Rentner vier Euro weniger für die Stadionkarte. Auch der FC Bayern sowie der VfB Stuttgart bieten Senioren ermäßigte Tickets oder Dauerkarten an", sagt Scheinpflug.

Wie auf der Homepage des FC Energie Cottbus ersichtlich ist, erhalten Senioren hier ebenfalls unter Vorlage ihres Rentenausweises Tickets zu ermäßigten Preisen - solange der Vorrat reicht.

Zum Thema:
Auf folgenden Internet-Plattformen können sich Senioren über spezielle Offerten in vielen Lebensbereichen informieren. Sie reichen von Bildungsangeboten, Freizeitunternehmungen, Gesundheitsvorsorge bis hin zum ehrenamtlichen Engagement: www.planetsenior.de; www.vitalindeutschland.de; www.bagso.de.