Neun Jahre lang hat Klaus Haupt als Mitglied eines Angelvereins jedes Frühjahr eine Angelbörse in Finsterwalde organisiert, die im Süden Brandenburgs ihres gleichen sucht: Angler (und nicht Händler) bieten Anglern ihre nicht mehr benötigten Ruten und Rollen, Haken und Posen sowie viele andere Angelutensilien an. Doch eine weitere und damit die Jubiläumsbörse sollte es zunächst nicht mehr geben.

„Die Behörden erteilten plötzlich eine Reihe Auflagen, die ich als Organisator nicht erfüllen konnte – und auch nicht wollte“, erklärt Klaus Haupt. Der 73-Jährige, der die Börse ehrenamtlich und ohne kommerzielle Absichten, also ohne Gewinn und nur aus Spaß veranstaltet, war verärgert und wollte die Tradition sterben lassen. Inzwischen habe er aber mit dem Bauordnungsamt einen Kompromiss gefunden, der Klaus Haupt bewogen hat, auch die 10. Angelbörse wieder zu organisieren. Zumal zahlreiche Angler es bedauerten, so meint er, wenn diese Veranstaltung einschlafen würde. Dennoch muss der Veranstalter erstmals einen Antrag stellen und dazu einen Flucht- und Rettungswegeplan einreichen. Die Bearbeitung kostet 100 Euro – der Mindestbeitrag, den die kreisliche Gebührenordnung zulässt, wie Ingo Hamm vom kreislichen Bauordnungsamt erklärt. Er habe im vorigen Jahr das erste Mal von der Angelbörse erfahren. Daraufhin sei die Gaststätte „Erholung“, wo die Börse seit neun Jahren stattfindet, beauflagt worden, einen solchen Plan für die Organisation von Messen vorzulegen.

Klaus Haupt machen neben dem geforderten Stellplan für die einzelnen Ausstellertische vielmehr die zusätzlichen Kosten Sorgen. „Durch die Gebühr, die der Kreis verlangt, muss ich sowohl die Standgebühr für die Aussteller wie auch das Eintrittsgeld für die Besucher anheben“, bedauert Haupt. Er hat durchgerechnet: „Wenn ich die Kosten nicht aus meiner eigenen Tasche bezahlen will – und das will ich nicht –, dann muss ich den Eintrittspreis von einen Euro auf 1,50 Euro erhöhen.“ Für die Anbieter erhöht sich die Teilnahmegebühr um jeweils 50 Cent pro Tisch, demnach kostet ein kleiner Tisch 1,50 Euro und ein großer 2,50 Euro.

Klaus Haupt hofft, dass durch die Preiserhöhung die Angler nicht abgeschreckt werden. In diesem Jahr kamen immerhin 400 Besucher zur Angelbörse, die mit 23 die bisher höchste Zahl von Anbietern hatte. Die 10. Angelbörse soll nun am 4. März 2012 wieder in der Gaststätte „Erholung“ stattfinden. „Kurzfristige Anmeldungen zwei Tage vorher, wie bisher, sind wegen der behördlichen Auflagen nicht mehr möglich“, bedauert Haupt. Interessierte Anbieter müssen sich spätestens bis zum 20. Januar bei ihm melden: Klaus Haupt, Westfalenstraße 35, 03238 Finsterwalde, Telefon 03531 63279.