Nach dem Beschluss des EU-Parlaments zur Abschaffung der Zeitumstellung lässt die Bundesregierung vorerst offen, ob in Deutschland ganzjährig die Sommer- oder Winterzeit eingeführt werden soll. Medien berichteten unter Berufung auf das zuständige Bundeswirtschaftsministerium, derzeit laufe noch die "interne Meinungsbildung innerhalb der Bundesregierung" sowie die Abstimmung mit anderen EU-Staaten. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sei aber für die Einführung einer ganzjährigen Sommerzeit.

„Möglichst einheitlich und weitgehend harmonisiert“

Ziel sei eine "möglichst einheitliche und weitgehend harmonisierte Lösung für den EU-Binnenmarkt", sagte eine Ministeriumssprecherin. Altmaier sei bereits im Kontakt mit seinen EU-Kollegen. Außerdem befinde sich das Ministerium in Abstimmungen mit Verbänden und den anderen Ministerin in Deutschland. In einer Umfrage können RUNDSCHAU-Leser darüber abstimmen, ob sie eher die Sommerzeit oder die Winter- (Normal-)zeit bevorzugen oder ob ihnen das egal ist.

Das Europaparlament hat sich am Dienstag für eine Abschaffung der Zeitumstellung ab dem Jahr 2021 ausgesprochen. Die EU-Staaten sollen der EU-Kommission bis April 2020 mitteilen, welche Zeit sie dauerhaft beibehalten wollen – die Winter- oder die Sommerzeit. Im März 2021 soll dann zum letzten Mal die saisonale Zeitumstellung auf Sommerzeit erfolgen.

Gemäß dem Plan der EU-Kommission kann jedes Land für sich entscheiden, in welcher Zeitzone es dauerhaft bleibt: So wäre es möglich, dass sich etwa Deutschland anders entscheidet als die Nachbarn Belgien oder Frankreich – und die Länder dann in unterschiedlichen Zeitzonen lägen. Um dies zu verhindern, sollen die EU-Staaten nun ausreichend Zeit erhalten, um ihre Pläne zu koordinieren.