Kállos bedeute Schönheit und gráphein schreiben, erklärt der Freizeitkünstler. Bei der Kalligrafie handle es sich also um die Kunst der schönen Schrift, die am japanischen Kaiserhof besonders geschätzt wurde.Er selbst sei während seiner Lehre 1980 in Dresden erstmals mit Normschrift konfrontiert worden und ziemlich schlecht darin gewesen. Während seiner NVA-Zeit als Kartenzeichner auf dem Cottbuser Flugplatz habe er aber weitergemacht und nach der Wende sei er fasziniert gewesen von der Fülle der Materialien.Dass der Zeichner, der seit 1998 Ausstellungen macht, ein großer Katzenfreund ist, kann der Betrachter unschwer erkennen. Auch das Radfahren hat es ihm wohl angetan. "Wenn ich einen Erwachsenen auf dem Fahrrad sehe, empfinde ich Hoffnung für das Menschengeschlecht", zitiert er den englischen Schriftsteller H. G. Wells. Mit dynamischer Schrift, wie es zu dieser Form der Fortbewegung passt.Auch der englische Maler, Architekt und Dichter William Morris fasziniere ihn, bekennt Schiege. Das Interessante an der Kalligrafie sei "der Versuch, einen Spruch in ein Kunstwerk umzuarbeiten und zu präsentieren".In die Geheimnisse dieser Kunst will der Lübbenauer die Besucher an insgesamt zehn Abenden in der "Lila Villa" in der Cottbuser Thiemstraße einweihen. ueKursbeginn:Montag, 3. Mai, 17.30 Uhr bis 19 Uhr, Anmeldung unter Telefon 0355 473955