Ursula von der Leyen genoss im Kleinen Schwarzen mit Rückenausschnitt samt Perlenkette den Auftritt im Berliner Friedrichstadtpalast. Strahlend nahm sie die Goldene Henne in Empfang. „Von Herzen Dank!“ , rief sie dem Publikum zu, als sie den wichtigsten ostdeutschen Medienpreis vor rund 2000 Gästen für ihr Engagement in der Familienpolitik entgegennahm. Ihre Auszeichnung widme sie „all den tapferen, fleißigen und liebevollen Müttern dieser Welt“ , sagte sie etwas pathetisch.
Beim Treffen von Zuschauern, Lesern, Künstlern, Sportlern und Politikern herrschte ausgelassene Stimmung wie bei einem Familienfest. Gleich zehn Exemplare des Medienpreises wurden bei der mittlerweile 13. Show der Zeitschrift „Super Illu“ , Mitteldeutschem Rundfunk und Friedrich stadtpalast in verschiedenen Kategorien vergeben. Erstmals wurde mit der Schlagersängerin Helene Fischer ein Aufsteiger des Jahres live gekürt.
Die Goldene Henne erinnert an die 1991 gestorbene Berliner Entertainerin Helga „Henne“ Hahnemann, die am 8. September dieses Jahres 70 Jahre alt geworden wäre. Der Preis trage auch „wie kein anderer zum Zusammenwachsen von Ost und West im vereinten Deutschland und zum gegenseitigen Verständnis“ bei, sagte Preis-Erfinder und „Super-Illu“ -Chefredakteur Jochen Wolff.
Durchweg gerührt nahmen die Geehrten die 3,5 Kilogramm schwere Bronzefigur in Empfang. „Was wären wir ohne Sie“ , rief Entertainer Hape Kerkeling Zuschauern und Zuhörern zu, die mitgewählt hatten. Auch Boxtrainer Manfred Wolke, der in der Kategorie Sport für sein Lebenswerk geehrt wurde und Henry Maske zu Weltmeister-Ehren geführt hatte, zeigte sich sichtlich bewegt. Nach Worten rang auch Maria Kohl vom Berliner Verein „Kinderträume“ , die für ihr soziales Engagement ins Rampenlicht gerückt wurde. Der Verein versucht, lebensbedrohlich erkrankten Kindern einen Wunsch zu erfüllen und Lebensmut zu geben.
Als der international hoch geschätzte Dirigent Kurt Masur zur Ehrung seines künstlerisches Lebenswerkes auf die Bühne kam, erhoben sich die Gäste respektvoll von den Plätzen. Masur hatte auch durch sein Auftreten im Wende-Herbst 1989 maßgeblich zu einem gewaltfreien Ende der DDR beigetragen. „Ich bin 80 und lerne immer noch. Das macht mich glücklich, das macht mich jung“ , sagte Masur. Er habe stets versucht, kein Star zu werden, wehrte er den Beifall ab. Seinen Dank widmete er vor allem seiner Frau Tomoko. Seit 33 Jahren gebe sie ihm Kraft und neue Impulse.
Auch das Volksmusikduo Marianne und Michael fühlte sich mit der Goldenen Henne bestätigt, mussten die beiden doch die Absetzung ihrer Sendung „Lustige Musikanten“ im ZDF verkraften. Die ostdeutsche Band City freute sich ebenfalls über ein metallenes Federvieh. Als Handball-Bundestrainer Heiner Brand mit zwei Teamkollegen die Trophäe erhielt, wurden Erinnerungen an den Handball-Weltmeistertitel Anfang Februar in Köln wach - nach dem Sommermärchen bei der Fußball-WM hatten die Deutschen ein glitzerndes Wintermärchen erlebt. Gewohnt bescheiden sagte Brand: „Wir sind sehr stolz. Der Preis wird uns eine Verpflichtung sein.“ Die geehrte Schauspielerin Maria Furtwängler hatte ihre Sicht schon am Roten Teppich auf den Punkt gebracht: Die Goldene Henne zeige, dass die Teilung zwischen Ost und West kein Thema mehr sei. „Hier und dort gibt es nicht mehr.“