"Der Schutz vor Berufsunfähigkeit gehört sicher zu den wichtigsten Versicherungen", sagt Martina Brehme, Beraterin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Während es vor einigen Jahren nur wenig empfehlenswerte Angebote gegeben habe, hätten die Anbieter inzwischen nachgelegt. "Die Auswahl ist für die Verbraucher inzwischen schon sehr gut." Das zeigt auch eine neue Untersuchung der Stiftung Warentest, die in der Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 7/2008) veröffentlicht wurde. Für 26 häufige Berufe wurden die Anträge, die angebotenen Laufzeiten und die Versicherungsbedingungen bewertet. Unterm Strich wurden 16 Angebote mit "sehr gut" und 24 mit "gut" beurteilt. Die Note "befriedigend" erhielten sieben Angebote, acht Angebote bekamen die Bewertung "ausreichend".

Vorsorge nicht billig
Der finanzielle Aufwand für die Vorsorge ist allerdings erheblich: Ein Mann, der im Büro arbeitet und als Nichtraucher einen Vertrag über 35 Jahre abschließt, muss für eine Monatsrente von 2000 Euro 1100 Euro im Jahr zahlen - Frauen sogar 200 Euro mehr. "Für Menschen, die im Gegensatz zu Diplomkaufleuten körperlich arbeiten, wird die Versicherung in jedem Fall teurer", sagt Brehme. Auch Raucher zahlen mehr.
Da ist es umso bedeutender, dass alle Kriterien bei der Auswahl stimmen - und auf den Einzelnen passen. Für besonders wichtig hält zum Beispiel der Bund der Versicherten, dass die Versicherungen im Vertrag darauf verzichten, ihre Kunden im Versicherungsfall auf einen anderen Beruf zu verweisen.
Antragsteller sollten laut Berater Florian Overbeck darauf achten, dass die Unternehmen die Berufsunfähigkeit schon dann anerkennen, wenn ein Arzt sie für "voraussichtlich sechs Monate" diagnostiziert.
Ebenso sollte ein Schutz bestehen, wenn der Versicherte seine Krankheit verspätet meldet. Overbeck empfiehlt zudem, Vorkehrungen für spätere Erhöhungen der Berufsunfähigkeitsrente zu treffen. So könnten zum Beispiel Auszubildende zunächst mit einer geringeren Rente beginnen, um Rücksicht auf ihre zu Anfang geringen finanziellen Möglichkeiten zu nehmen.
Mit höherem Verdienst könnten dann später auch höhere Beiträge verkraftet werden. "Grundsätzlich raten wir aber dazu, die Versicherung so früh wie möglich abzuschließen."

Gesundheit wird geprüft
Bei einer Erhöhung gibt es aber einen Haken: Wenn nichts Gegenteiliges vereinbart ist, müssen Versicherungskunden vor einer Erhöhung der Rente eine erneute Gesundheitsprüfung ablegen, wie Overbeck erläutert.
Um das zu verhindern, sollte eine Nachversicherungsgarantie in den Verträgen stehen. Damit darf zu wichtigen Anlässen - wie einer Heirat, der Geburt eines Kindes oder einer deutlichen Einkommenserhöhung - die Rente ohne Gesundheitsprüfung erhöht werden.
Für unverzichtbar hält Florian Overbeck ein zweites Mittel, um die Rente auf ausreichendem Niveau zu halten; Verbraucher sollten Wert darauf legen, dass die Rente regelmäßig steigt - durch die Vereinbarung einer Dynamik.
"Wegen der Preissteigerung ist das sehr wichtig. Der gleiche Betrag ist ja in ein paar Jahren weniger wert, und dann reicht die Rente möglicherweise nicht aus."

extra-tipp Schutz vor Berufsunfähigkeit trotz Vorerkrankung
 Menschen mit schweren Krankheiten haben es schwer, von den Versicherungen ein verbindliches Angebot für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen. Selbst Heuschnupfen oder eine kurze Psychotherapie können den Schutz stark verteuern. Schwer haben es auch Verbraucher, die bereits einmal von einer Versicherung abgelehnt wurden. Um sich vorab zu informieren, ohne das Risiko einer Ablehnung einzugehen, können Verbraucher eine Risikovorabfrage machen - zum Beispiel im Internet unter www.buforum24.de.