Wer ist vor einer Kündigung besonders geschützt? Das Gesetz verbietet Arbeitgebern unter anderem, einer schwangeren Mitarbeiterin zu kündigen. Das gilt nicht nur für die Dauer der Schwangerschaft, sondern für vier weitere Monate nach der Entbindung. Und wenn der Chef gar nichts von der Schwangerschaft weiß? Kündigt er einer solchen Frau, dann hat sie - sofern sie sich bisher noch nicht geäußert hat - zwei Wochen Zeit, das nachzuholen. Ist die junge Mutter nach den vier Monaten wie alle anderen Mitarbeiter zu behandeln, wenn es um Entlassungen geht? Nein, nämlich dann nicht, wenn sie sich in der Elternzeit (früher: Erziehungsurlaub) befindet. Dieser Kündigungsschutz beginnt in dem Augenblick, in dem die Elternzeit beim Arbeitgeber angemeldet wird. Gilt der Kündigungsschutz für Schwangere und während der Elternzeit auch in Kleinbetrieben? Ja. Der besondere Kündigungsschutz ist nicht daran gebunden, dass es sich um einen Betrieb mit mehr als zehn Beschäftigten handelt. Und wie steht es mit dem Vater, wenn er sich in der Elternzeit mit seiner Frau abwechselt? Für junge Väter in Elternzeit gilt dasselbe wie für ihre Frauen. Sie sind vor einer Kündigung geschützt. Das gilt aber nicht, wenn der gesamte Betrieb geschlossen wird oder der Arbeitnehmer glaubt, sich alles erlauben zu können. Die für den Betrieb zuständige Arbeitsschutzbehörde muss die Kündigung jedoch genehmigen.Welche Bedingungen muss ein Schwerbehinderter erfüllen, um Kündigungsschutz zu haben? Es muss sich um eine Person handeln, die entweder mindestens einen Behinderungsgrad von 50 Prozent vorweisen kann oder einen Behinderungsgrad von wenigstens 30 Prozent, wenn die Agentur für Arbeit bestätigt hat, dass sie den schwerbehinderten Menschen gleichgestellt worden ist. Das geschieht dann, wenn sie wegen der Beeinträchtigung ihrer Funktionen ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht bekommen oder nicht behalten könnte.Wer stellt die Schwerbehinderung fest? Die Versorgungsämter beziehungsweise die Ämter für soziale Angelegenheiten.Darf der Arbeitgeber in besonderen Fällen kündigen? Ja, dies aber nur mit Zustimmung des Integrationsamtes/Amtes für soziale Angelegenheiten. Das Amt könnte beispielsweise seine Erlaubnis geben, wenn ein Schwerbehinderter bei der Einstellung seine Behinderung verschwiegen hat, obwohl ihm klar sein musste, dass er auf dem Arbeitsplatz, an dem er eingesetzt werden soll, wegen seiner Behinderung nicht verwendbar ist.Welche Kündigungsschutzvorschriften gibt es sonst noch? Wer zur Bundeswehr einberufen wird, der ist vom Erhalt des Einberufungsbescheides an und während des Grund- oder Zivildienstes vor einer Kündigung geschützt. Allerdings gibt es hier eine Kleinbetriebsklausel. Danach gilt der Kündigungsschutz nicht für unverheiratete Eingezogene, die in einer Firma mit regelmäßig höchstens fünf Arbeitnehmern beschäftigt sind, wenn dem Arbeitgeber die Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers infolge einer Neueinstellung nicht zugemutet werden kann. Haben auch Betriebsratsmitglieder Kündigungsschutz? Ja. Sie können nur mit Zustimmung des gesamten Betriebsrats gekündigt werden. Der Arbeitgeber kann jedoch versuchen, das Nein vom Arbeitsgericht aufheben zu lassen. Zusammengestellt von Wolfgang BüserIn der nächsten Folge: Klage vor dem Arbeitsgericht