„Das ist schon eine Sondernummer, die euch hier mit dem Theater gelungen ist. Vielleicht habt ihr einen guten Bürgermeister oder es liegt an den Spreewaldgurken“, sagte Peter Sodann. „Wenn heute ein Theater eröffnet wird, muss zuvor meist ein anderes schließen“, gab er zu bedenken, was Franz Sodann mit einem Zitat erklärte: „Kunst rechnet sich nicht, sie erfreut lediglich unser Herz.“

Es folgten weitere Lobeshymnen auf das Theater, das jedoch auch ein Volk brauche, das dahinter steht. Mit dem verbalen Zeigefinger beklagte Peter Sodann das Fehlen junger Zuhörer. Die Jugend gehe anderen Interessen nach, die nun mal nicht ins Theater führen, bedauerte er. Gleichzeitig nahm er die Elterngeneration in die Pflicht, die diesen Zustand schließlich ohne Widerspruch dulde.

Rund 60 Gäste folgten im ersten Programmteil den Ausflügen von Sodann und Sodann in die deutsche und europäische Literatur mit beeindruckendem Gegenwartspotenzial. Verse, Dialoge und Zitate von Heine, Schiller, Kästner, Shakespeare prägten die Wortwechsel zwischen Vater und Sohn. Generationskonflikte: Mangelware – jeder im Publikum spürte den gegenseitigen Respekt und die Achtung, die sich Peter und Franz Sodann entgegenbrachten.

Nach der Pause überließ der Junior seinem Vater das Feld und auch das Publikum, das sich köstlich an Episoden aus seiner Biografie erfreute. Der Ex-Tatort-Kommissar, der sich selbst als betenden Kommunisten bezeichnete und eher „immer ein politisch denkender Schauspieler sein wollte, als ein schauspielernder Politiker“, wusste die Zuhörer zu fesseln. „Ich mochte das Wort Ruhestand noch nie“, beteuerte Peter Sodann und „drohte“ schon mal seinen Wiederholungsbesuch an der Bunten Bühne Lübbenau an. „Dann werde ich ihnen die Geschichte erzählen, wie man nicht Bundespräsident wird“, kündigte er an. 2009 scheiterte er zwar gegen den Wahlsieger Horst Köhler (CDU), errang aber als Kandidat für die Linke zwei Stimmen mehr, als die Partei Bundesversammlungsdelegierte hatte.

Das stimmungsvolle Finale des kurzweiligen 120-Minuten-Programms stand dann wieder unter dem Vorzeichen „Wenn der Vater mit dem Sohne“. Heitere Verse, der legendäre Funkspruch zwischen einem US-Flugzeugträger und einem spanischen Leuchtturmwärter vollendeten das kurzweilige 120-Minuten-Programm.

„Ein sehr amüsanter Abend und ein gemütliches Theater“, resümierten Gertrud und Arnd Oehmichen. Erika und Wolfgang Seeliger genossen das zeitweise Eintauchen in die DDR-Vergangenheit. „Auch bei uns gab es Achtbares“, bekräftigten sie. Peter und Franz Sodann trafen den Nerv der Besucher aus der Theaterstadt Lübbenau.