In diesem Fall haben Arbeitnehmer nach allgemeiner Rechtsprechung nur für fünf Tage Anspruch auf Lohnfortzahlung. Voraussetzung ist die Vorlage eines ärztlichen Attests beim Arbeitgeber. Außerdem muss der Arbeitgeber den Arbeitsausfall nur dann hinnehmen, wenn keine andere Person die Betreuung des Kindes übernehmen kann und das Kind nicht älter als acht Jahre ist. Allerdings sind Abweichungen von dieser Regelung durch Tarif- oder Arbeitsvertrag möglich. Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung kann auch eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, worauf das Bundesarbeitsministerium in der Broschüre “Entgeltfortzahlung„ hinweist(Download unter bmas.de, Link Publikationen).

Haben Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung oder dauert die Krankheit des Kindes länger, können sie die unbezahlte Freistellung von der Arbeit verlangen. Gesetzlich Versicherte bekommen während der Freistellung für bis zu zehn Tage pro Kalenderjahr Krankengeld von der Krankenkasse. Leben mehrere Kinder im Haushalt, besteht ein Anspruch für maximal 25 Tage. Auch diese Regelung gilt nur, wenn keine andere Person die Betreuung übernehmen kann und das Kind noch keine zwölf Jahre alt ist. Alleinerziehende Versicherte können sich für bis zu 20 Tage freistellen lassen und während dieser Zeit Krankengeld beziehen, bei mehreren Kindern im Haushalt für bis zu 50 Tage.

Bei besonders schweren, lebensbedrohlichen Erkrankungen müssen Arbeitgeber Beschäftigte unbefristet freistellen. Auch in diesem Fall gibt es Krankengeld von der Krankenkasse. Allerdings kann nur ein Elternteil die unbefristete Auszeit in Anspruch nehmen.

Grundsätzlich haben auch privat versicherte Arbeitnehmer Anspruch auf Freistellung von der Arbeit, wenn ihr Kind erkrankt ist. Krankengeld gibt es allerdings nicht.