| 02:43 Uhr

Wenn Bewegungsdrang den Schlaf raubt

Bewegung wie Fahrradfahren kann beim Restless-Legs-Syndrom helfen.
Bewegung wie Fahrradfahren kann beim Restless-Legs-Syndrom helfen. FOTO: dpa
Krefeld. Kribbeln, Ziehen oder Spannung in den Beinen ist typisch für das Restless-Legs-Syndrom. Hinzu kommt ein Bewegungsdrang, der manch einem den Schlaf raubt. dpa

Wenn andere es sich im Bett gemütlich machen, raubt manch einem ein starker Bewegungsdrang in den Beinen den Schlaf. Das ist charakteristisch für das Restless-Legs-Syndrom (RLS). Hinzu kommen ein Kribbeln oder Ziehen sowie Spannung, das gefühlt aus tieferen Gewebeschichten, Muskeln oder Knochen kommt. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) hin.

Teilweise wird diese Störung der Nervenfunktion auch von äußeren Faktoren beeinflusst. "So kann ein Verzicht auf alkohol- und koffeinhaltige Getränke in manchen Fällen eine Linderung der Beschwerden bewirken", sagt Frank Bergmann vom BVDN. "Auch moderate Bewegung - wie beispielsweise beim Fahrradfahren - wird von einem Teil der Patienten als positiv erlebt." Bei akuten Beschwerden können Massagen der Beine, kalte Fußbäder oder auch Kniebeugen hilfreich sein.

Stress, schwere körperliche Arbeit und anstrengende sportliche Betätigung können die Symptome hingegen verstärken. Auch bestimmte Medikamente wie beispielsweise Antidepressiva oder Antipsychotika können die Ruhelosigkeit in den Beinen steigern, sagt Bergmann. Betroffene sollten die Einnahme solcher Mittel am besten genau mit ihrem Arzt abstimmen.

RLS kann eine eigenständige Krankheit, aber auch das Symptom einer anderen Erkrankung sein. Entsprechende Beschwerden können auch im Zusammenhang mit einer Störung der Schilddrüsenfunktion, bei Eisenmangel oder bei stark eingeschränkter Nierenfunktion auftreten. Die Ursache für die Beschwerden sollte also abgeklärt werden.

Wenn RLS kein Symptom einer anderen Erkrankung ist und eine Änderung des Lebensstils die Beschwerden nicht lindert, können Medikamente helfen. Vom RLS sind nach Angaben des BVDN bis zu zehn Prozent der Menschen in Deutschland betroffen.