So berichtete zum Beispiel die britische Fernsehgesellschaft BBC am 1. April 1957, dass ein milder Winter und die praktische Ausrottung des Spaghetti-Rüsselkäfers den Schweizer Bauern eine ungewöhnlich reiche Spaghetti-Ernte beschert hätten. Bilder von Bauern, die strähnenweise Spaghetti aus Bäumen zogen, lösten eine Welle von Anrufen aus. Die Menschen wollten wissen, wie auch sie zu Hause Spaghetti züchten könnten.
In Schweden gab es 1962 ein einziges Fernsehprogramm, das in Schwarz-Weiß ausgestrahlt wurde. Ein Techniker des Senders trat dort auf, um die Entwicklung einer neuen Technologie zu verkünden: Die Zuschauer könnten ihr Gerät in einen Farbfernseher verwandeln, indem sie einen Nylonstrumpf darüberzögen. Auf das richtige Farbfernsehen mussten die Schweden allerdings noch bis 1970 warten.
Der staatliche Hörfunk der USA verkündete 1992, dass der wegen des Watergate-Skandals gestürzte Ex-Präsident Richard Nixon wieder für das höchste Staatsamt kandidiere. Sein angeblicher Wahlkampfslogan: „Ich habe nicht Böses getan, und ich werde es auch nicht wieder tun.“ Es gab sogar Mitschnitte von Nixons Ankündigung. Entrüstete Anrufer fanden bald heraus, dass die Stimme vom Imitator Rich Little kam. Sechs Jahre später berichtete ein Flugblatt namens „Moderne Mexikaner für Wissenschaft und Vernunft“ , dass der US-Bundesstaat Alabama die Änderung der Zahl Pi beschlossen habe: Statt 3,14159 solle Pi ab sofort den „biblischen Wert“ 3,0 haben.
Einen kulinarischen Scherz erlaubte sich dagegen Burger King. Die Schnellimbiss-Kette veröffentlichte im Jahr 1998 eine ganzseitige Anzeige im Massenblatt „USA Today“ . Darauf verkündete sie die Einführung eines Burgers namens „Linkshänder-Whopper“ . Der Burger habe die gleichen Zutaten wie ein normaler Whopper, allerdings sei alles um 180 Grad gedreht, um ihn für die 32 Millionen Linkshänder des Landes praktischer zu machen. Tausende fragten nach dem neuen Snack, andere bestanden auf der traditionellen Rechtshänderversion.
Ein sensationeller biologischer Fund sollte es 1995 sein. Das Discover Magazine berichtete, ein renommierter Biologe namens Aprile Pazzo (etwa April-Scherzer) habe eine neue Tierart in der Antarktis entdeckt. Der „heißköpfige Eisbohrer“ habe Knochenplatten am Schädel, die brennend heiß würden und ihm so ermöglichten, sich mit hoher Geschwindigkeit durch das Eis zu bohren - auf der Jagd nach Pinguinen.
Und dann war da noch der bekannte britische Astronom Patrick Moore. Er versicherte 1976 im Hörfunk, dass am 1. April um 9.47 Uhr morgens ein einmaliges Himmelsereignis anstehe: Pluto werde sich zu dieser Zeit hinter Jupiter bewegen und so zu einer Schwerkraft-Linie führen, die die Anziehungskraft der Erde reduzieren werde. Wer pünktlich zur genannten Uhrzeit in die Luft springe, könne ein Gefühl des Schwebens erleben. Und man glaubt es kaum: Hunderte Anrufer bestätigten das einzigartige Phänomen später. (AFP/das)