Beachtliche 22 Seiten umfasst die Stellungnahme der Stadt Welzow. Das Papier entstand nach wochenlangen Gesprächen mit den Bürgerbeiräten, den städtischen Ausschüssen, Vereinen, Verbänden und den Kirchenvertretern und stellt nun aber den mit großer Mehrheit beschlossenen Konsens in der Kommune dar. Jedoch hatte der Ortsbeirat Proschim die Stellungnahme nicht gebilligt.

"Unsere Stadt hat bereits jetzt mit dem gegenwärtigen Tagebau erhebliche Belastungen zu ertragen. Für die Gewährleistung einer sicheren Energieversorgung im Land Brandenburg erbringt sie ein besonderes Opfer", sagt die Welzower Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD). Sollte der Tagebaubetrieb in den räumlichen Teilabschnitt II fortgesetzt werden, denn gehen in der Stadt auch die damit verbundenen Probleme und Beeinträchtigungen weiter. Der Verlust von Lebensraum und Entwicklungsmöglichkeiten und die Belastungen durch Lärm- und Staubimmissionen - all das müsse für die Stadt und ihre Bürger teils vermindert oder angemessen ausgeglichen werden, fordert sie.

Größter Kritikpunkt ist die für den neuen Tagebau notwendige Umsiedlung von 770 Einwohnern aus dem Wohngebiet V und dem Ortsteil Proschim. Birgit Zuchold: "Nach unserer Meinung liegt bisher keine nachvollziehbare Begründung vor, warum die Orte und Siedlungsbereiche dem Tagebau weichen sollen." Vor allem stellt die Stadt die Differenz zwischen der geplanten Fördermenge im Tagebau Welzow-Süd, TA II, und dem Rohkohle-Bedarf des Kraftwerkes Schwarze Pumpe bis 2042 in Frage.

Weitere Forderungen der Stadt Welzow beziehen sich konkret auf die Wohn- und Lebenssituation der Einwohner von Welzow und darauf, die Stadt dauerhaft als lebenswerte und eigenständige Gemeinde zu erhalten. Dazu gehören:

Der Tagebau soll zur Ortslage der Stadt Welzow einen Mindestabstand von 400 Metern einhalten. Im aktuellen Braunkohlenplanentwurf ist lediglich ein Abstand von 200 Metern ausgewiesen.

Es muss für einen wirksamen Schutz vor Staub- und Lärmbelastung gesorgt werden. Weil anzunehmen ist, dass in den Nachtstunden die zulässigen Werte der Lärmimmission nicht eingehalten werden können, soll die Förderung von Abraum und Kohle zwischen 22 Uhr und 6 Uhr eingestellt werden.

Die Stadt Welzow ist mittels finanzieller Unterstützung des Bergbautreibenden und der Landesregierung als lebenswerte und attraktive Stadt weiterzuentwickeln. Die kommunale Eigenständigkeit als amtsfreie Gemeinde ist mindestens bis zum Ende des Tagebaubetriebes zu gewährleisten.

Neben der Anbindung von Welzow an die B 169 und der Verbindung Welzow-Bluno-B 156 ist eine alternative feste Straßenverbindung in südliche Richtung vorzusehen.