. Bei der "Arschbomben"-Weltmeisterschaft in Sindelfingen (Baden-Würtemberg) hat Rainhard Riede aus dem bayerischen Waldkraiburg mit gewagten Sprüngen inklusive hoher Wasserfontänen den Titel gewonnen.

Im Finale des Zehn-Meter-Springens setzte er sich am Sonntag gegen 13 Konkurrenten durch, darunter Sportler aus Kroatien, Österreich, Jamaika und Finnland. "Ein perfekter Tag, ich bin super glücklich - mit der dritten WM-Teilnahme hat es endlich geklappt", sagte Riede.

Eigentlich heißt die Sportart "Splashdiving" - die englische Wortschöpfung kann mit "platschendes Tauchen" übersetzt werden. Doch selbst die Veranstalter sprechen von "Arschbomben"-WM, einer "Sportart mit Augenzwinkern".

Splashdiving ist eine Art unkonventionelles Turmspringen, bei dem lautes Klatschen beim Aufkommen auf dem Wasser durchaus erwünscht ist. Es geht vor allem um Spaß, Preisgeld gibt es nicht. Die Akrobaten können zwischen verschiedenen Arten der "Arschbombe" wählen, die Figuren heißen Brett oder Kartoffel. Zudem zeigen sie beim Sprung Drehungen und Salti.

Mit der 15-jährigen Franziska Fritz aus Dillingen im Saarland trat im Frauenfinale nur eine Teilnehmerin an. "Es ist schade, dass ich immer so allein bin", sagte sie. Vermutlich sei die Arschbomben-Sportart wegen des Schmerzes bei anderen Mädchen so wenig beliebt. "Aber an den Schmerz gewöhnt man sich." Nun darf sich Fritz Weltmeisterin nennen. Schon 2013 und 2014 hatte sie gewonnen - vergangenes Jahr immerhin mit einer Konkurrentin im Finale.

Als Show außerhalb des Wettkampfes wagten sich zudem einige Athleten auch von einem 25 Meter hohen Kran hinab.

Unterdessen haben sich im walisischen Llanwrtyd Wells mehr als hundert Teilnehmer aus vielen Ländern bei der Weltmeisterschaft im Schlammschnorcheln durch matschig-kaltes Wasser gequält. Dabei tauchen die Kontrahenten mit Schnorchel durch einen 55 Meter langen Graben nahe der Ortschaft Llanwrtyd Wells - hin und zurück. Der Wettbewerb fand in diesem Jahr zum 30. Mal statt. Das trübe, regnerische Wetter war dem Zustand des Wassers angemessen.

Viele Teilnehmer kamen in fantasievollen Kostümen zum Wettbewerb, verkleidet als Disney-Figuren oder als Elvis Presley. Schlammschnorcheln gehört zu den skurrilen Sportarten, die auf den britischen Inseln in den unterschiedlichsten Spielarten betrieben werden. Die Teilnehmer dürfen sich nur mit Hilfe ihrer Flossen fortbewegen, Schwimmbewegungen mit den Händen sind dem Reglement entsprechend verboten.