Millionen Leser hat Umberto Eco auf eine literarische Reise ins Mittelalter geführt. Unter dem Titel "Der Name der Rose" wurde der Roman ein Riesenerfolg. Es wurde in Dutzende Sprachen übersetzt und mit Sean Connery in der Hauptrolle kongenial von Jean-Jacques Annaud verfilmt (produziert von Bernd Eichinger). Seitdem kannte man Eco in aller Welt. Danach gelangen Eco weitere internationale Erfolge: etwa mit den Veröffentlichungen "Das Foucaultsche Pendel", "Die Insel des vorigen Tages" und "Baudolino". Im Jahr 2011 erschien die deutsche Ausgabe seines Romans "Der Friedhof in Prag". Am Freitagabend ist Eco im Alter von 84 Jahren in Mailand gestorben.

Geboren wurde er am 5. Januar 1932 als Sohn eines Buchhalters in der schmucken Provinzstadt Alessandria in der Region Piemont. In Turin studierte er Philosophie und Literaturgeschichte. Nach dem Abschluss 1954 arbeitete er einige Jahre als Kulturredakteur beim staatlichen Fernsehen RAI, danach wurde er Lektor des Mailänder Verlagshauses Bompiani. 1971 wurde er als Professor für Semiotik (Zeichentheorie) an die Universität Bologna berufen, wo er 1975 den Lehrstuhl bekam. Nach Gastprofessuren im Ausland lebte er wieder mit seiner deutschen Frau, mit der er mehr als ein halbes Jahrhundert verheiratet war und zwei Kinder hat, in seinem Heimatland Italien. In den letzten zwei Jahren litt Eco nach Angaben von Freunden an einer Krebserkrankung. In den Tagen vor seinem Tod soll er es laut seinem italienischen Verleger Mario Andreose abgelehnt haben, in ein Krankenhaus zu gehen. Er habe zu Hause sterben wollen. Bis zuletzt arbeitete er. Posthum soll schon bald - und nicht erst im Mai - ein letztes Buch erscheinen.