"Sport ist Mord!" - diese geflügelten Worte werden oft Winston Churchill zugeschrieben. So schlimm, wie es der frühere britische Premierminister empfunden haben soll, sind die Folgen von Sport meist nicht. Dennoch sind Fußball, Basketball, Joggen, Golf, Skifahren oder Snowboarden nicht ohne Risiko. Manchmal ist es nur ein verstauchter Knöchel, mitunter aber sind es auch schwere Verletzungen, die Hobbysportler davontragen.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) werden jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Sportunfälle gemeldet. "Wer intensiv Sport treibt, sollte einen Versicherungsschutz haben, der seine Risiken abdeckt", rät GDV-Sprecherin Katrin Rüter de Escobar.

Krankenversicherung. Wie bei allen Freizeit-Unfällen kommt die Krankenversicherung auch bei Sportverletzungen meist für die medizinische Behandlung auf. Da aus einer Verletzung Folgekosten entstehen können und der Sport-Kollateralschaden auch so aussehen kann, dass man jemand anderen verletzt oder fremdes Eigentum beschädigt, sollte der Versicherungsschutz weitere Puzzleteile enthalten.

Unfallversicherung. "Besonders wichtig ist, dass man eine Unfallversicherung hat", betont Michael Nischalke, Versicherungsexperte der Stiftung Warentest. Sie sichere für den Fall ab, dass eine in der Freizeit erlittene Verletzung bleibende Schäden nach sich zieht. Sei das so, komme sie bis zur vereinbarten Deckungssumme für die entstehenden Kosten auf: zum Beispiel für Verdienstausfall oder bedarfsgerechten Hausumbau.

Damit sie auch bei einem Worst-Case-Szenario wie dem schweren Basketballunfall wirklich etwas bringt, sollte die Deckung möglichst hoch sein: "Ich würde zu mindestens 100 000 Euro raten", sagt Nischalke. "Und zu einem Progressionstarif, bei dem die ausgeschüttete Summe sich ab einem gewissen Invaliditätsgrad kontinuierlich um einen Faktor X erhöht. Bei Vollinvalidität und einer 350er-Progression etwa von 100 000 auf 350 000 Euro." (Tipps zu Versicherungen siehe Internet-Link.)

Wichtig ist das Leistungsspektrum der Unfallversicherung. Einen genauen Blick sollte der Freizeitsportler auf das Leistungsspektrum der Unfallversicherung werfen. Dabei sollte er sichergehen, dass sein Produkt nicht nur den klassischen Schutz bei Gesundheitsschäden durch plötzlich von außen auf den Körper wirkende Ereignisse bietet, sondern auch Verletzungen durch Eigenbewegung umfasst.

Risikosportarten oft nur eingeschränkt versichert. "Vor allem sollten Interessierte prüfen, ob ihre Sportart übernommen wird", erklärt Dieter Prestin vom Verband Deutscher Versicherungs-Makler. Bei einigen Risikosportarten wie Free-Climbing oder Boxen leiste mancher Versicherer nämlich nicht oder nur eingeschränkt. Sprengt eine Disziplin den Schutz, kann man ihn teils über einen Risikozuschlag erweitern. Außerdem gibt es Versicherungen, die sich auf extreme Sportarten spezialisiert haben.

Fremdschäden mit privater Haftpflichtpolice berücksichtigen. Neben der Möglichkeit sich selbst zu verletzen, sollten Sportbegeisterte beim Check ihres Versicherungs-Portfolios auch daran denken, dass sie bei ihrem Hobby Fremdschäden verursachen können: etwa die vom Golfball zertrümmerte Autoscheibe - aber auch große Schäden, wie den Massencrash beim Radrennen, bei dem 20 Fahrer zu Schaden kommen. "Das Risiko, dass ich jemanden verletze oder fremdes Eigentum beschädige, besteht generell. Aber beim Sport ist es noch höher", erklärt Warentest-Experte Nischalke.

Um Schäden nicht selbst begleichen zu müssen, empfiehlt sich Hobbysportlern daher umso dringender, was für jeden Menschen wichtig ist: eine private Haftpflichtversicherung. Damit sie im Ernstfall etwas nutzt, ist es auch hier erforderlich nachzufragen, ob die Police beim Lieblingssport greift. "Der Großteil der Sportarten ist über die normale Haftpflicht versichert", erklärt Rüter de Escobar. Nur einige wenige müssten separat versichert werden - darunter Surfen und Radrennsport.

Schuldfrage entscheidend. Hat man den Schutz, den man braucht, und es war kein Vorsatz im Spiel, übernimmt der Versicherer Schadensansprüche Dritter bis hin zur vereinbarten Deckungssumme komplett. "Immer vorausgesetzt natürlich, der Versicherungsnehmer hat den Schaden verschuldet", sagt Dieter Prestin.

Die Klärung der Schuldfrage verläuft in Einzelsportarten wie Ski aber anders als in Teamsportarten wie Fußball. Während bei Ersteren allein zählt, inwieweit jemand den Schadensvorfall verursacht hat, ist es bei der zweiten Gruppe immer mit ausschlaggebend, ob der Versicherte sich an die Regeln gehalten hat. "Solange er nicht grob gegen sie verstößt, kann sein Gegenüber bei einer Verletzung auch keinen Schadenersatz fordern", sagt Prestin. Schließlich ist jede Sportart in gewisser Weise riskant.

dpaq.de/k2Et1