Gerade Kleinkinder sind ein beliebtes Motiv, denn Eltern wollen die ersten Laufversuche und andere Abenteuer ihrer Sprösslinge festhalten - natürlich in bester Bildqualität. Dazu steht eine Vielzahl von Geräten zur Auswahl. Alle 20 Modelle, die von der Stiftung Warentest geprüft wurden, bieten Bilder in hoher Auflösung (HD), drei Geräte können sogar 3D-Videos aufzeichnen.

Die Besten im Test. Den Sieg teilen sich vier Camcorder mit der Note 1,8: Panasonics HC- X900M (1040 Euro), Sonys HDR-CX730E (865 Euro), der dazu bauähnliche Sony HDR-PJ740VE mit integriertem Projektor (1210 Euro) und Sonys 3D-Modell HDR-TD20VE (1310 Euro). Er verfügt auch über die längste Akkulaufzeit - nach Angaben der Tester sind es 220 Minuten. Den besten günstigen Camcorder, es ist der Sony HDR-CX250E mit der Note:2,1, gibt es aber schon für 350 Euro.

Beste Videoqualität. Camcorder sind speziell auf Bewegungen ausgerichtet. Deshalb eignen sie sich besser als Smartphones oder Fotokameras, um zu filmen, wie Sohnemann die Katze jagt oder Töchterchen mit der Puppe durchs Zimmer krabbelt. Die beste Videoqualität liefern zwei Sony-Modelle: HDR-TD 20 VE und HDR-CX 730 E. Insgesamt erhielten fünf Geräte die Note "sehr gut" in der Kategorie Videoqualität, zwölf weitere wurden als gut eingestuft.

Externe Mikrofone ratsam. Der Ton ist bei Camcordern seit Jahren ein Problem. Die Nähe des internen Mikrofons zu Autofokus und Zoommotor sorgt für Störgeräusche. Elf der 20 Modelle im Test bieten lediglich einen befriedigenden Ton, eines nur einen ausreichenden. Den besten Sound fangen nach Angaben des Verbrauchermagazins die Sony-Modelle HDR-CX570E (525 Euro) und HDR-XR260VE (455 Euro) ein. In sehr guter Qualität konnte aber kein einziges Gerät Geräusche aufnehmen. Erfahrene Hobbyfilmer arbeiten deshalb mit externen Mikrofonen oder digitalen Audiorekordern.

Speichermedien-Trend. Einen klaren Trend gibt es bei den Speichermedien für die Videos: Nur noch ein Camcorder hat eine Festplatte, alle anderen nutzen fest eingebaute oder wechselbare Flash-Speicher.

Zu viel Zoom bringt wenig Vorteil. Groß sind die Unterschiede dagegen beim Zoomen. Einige Camcorder protzen mit 50 oder 60 Zoomstufen. Ein echter Vorteil gegenüber den Testsiegern mit "nur" einem zehn- bis zwölffachen Zoom ist das nicht. Denn je mehr der Vater vom Ufer aus zoomen muss, um Mutter und Kind beim Planschen in der Ostsee zu filmen, desto schwerer wird es, unverwackelte und scharfe Aufnahmen zu machen.

Spezialfunktionen wählbar. Einige Camcorder stechen durch ihre Spezialfunktionen hervor: Das Sony-Modell HDR-TD20 VE produziert mit zwei Full-HD-Linsen räumliche Bilder. Auf zwei Panasonic-Geräte, HC-X900M und HC-X909, lassen sich Zusatzlinsen schrauben, die dann ebenfalls 3D-Aufnahmen ermöglichen. Ein Camcorder ist wasserdicht, kann also die ersten kindlichen Schwimmversuche begleiten. Drei Geräte bieten eingebaute Projektoren.

Geräte mit Sucher sind selten. Wichtiger als solche Extras ist ein guter Monitor oder ein Sucher. Doch verfügen nur noch vier Camcorder im Test über den früher serienmäßigen Sucher: HC-X900M und HC-X909 von Panasonic und HDR-CX730E und HDR-PJ740VE von Sony.

Expertentipp. Um eigene Aufnahmen in hoher Auflösung ansehen zu können, ist ein Full-HD-Fernseher erforderlich. Wer die HD-Videos nachbearbeiten möchte, braucht einen leistungsfähigen Computer.

Ausführlich in "test", Heft 10/12 oder www.test.de/camcorder