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| 01:35 Uhr

Weitsicht bringt Bild des Reformators nach Burg

Siegbert Budischin vorm Melanchthon-Fenster. Foto: Elsner
Siegbert Budischin vorm Melanchthon-Fenster. Foto: Elsner FOTO: Elsner
Burg. Die Darstellung des Reformators Melanchthon in einem Bleiglasfenster über dem Altar gehört zu den Sehenswürdigkeiten, die die Besucher in der Nacht der offenen Kirche in Burg erwartet. Von Ulrike Elsner

In der Nacht vom 23. zum 24. Mai sind die Burger und ihre Gäste in der Zeit von 21.30 Uhr bis 1 Uhr (Einlass ab 21 Uhr) in die Burger Kirche eingeladen. Wie die Amtsverwaltung mitteilt, werden Pfingstlieder und Kantaten des großen Musikers Johann Sebastian Bach zu hören und ein Film über Philipp Melanchthon zu sehen sein. Der Reformator Melanchthon, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 450. Mal jährt, ist ebenso wie Martin Luther auf einem Fensterbild in der Burger Kirche dargestellt.

“Gewidmet von Jarick Kaiser 1884„ steht unter dem Luther-Bild, während das Bildnis seines Mitstreiters Melanchthon laut Aufschrift “von der Kirchengemeinde Burg„ finanziert worden ist.

“Es ist bemerkenswert, dass unsere Vorfahren die Bedeutung Melanchthons und Luther erkannt haben und dass sie beide gleichermaßen verehrt haben„, sagt Siegbert Budischin, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindekirchenrats. Gerade im Melanchthon-Jahr 2010 wolle die Gemeinde auf diesen Schatz in der Burger Kirche aufmerksam machen.

In den Akten des Kirchenarchivs sei im Briefwechsel des Pfarrers Bronisch mit dem Konsistorium Frankfurt/Oder im Jahr 1864 der erste Hinweis auf das Vorhaben zu finden. Mit der Ausführung sei die Kunstanstalt für innere Kirchengestaltung Berlin beauftragt worden.

Ursprünglich sei das Fenster in Holz gefasst gewesen, auch hätten die Handwerker das Lutherbild verkehrt herum eingesetzt. Das sei aber bei der im Jahr 1954 vom Glasbildner Walther Deckwarth ausgeführten Sanierung behoben worden.

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts, so Budischin, hätten die Burger in die Werbener Kirche gehen müssen. Als Reaktion auf eine Bittschrift an den König Friedrich II. im Jahr 1748, sei 1753 eine Fachwerkkirche gebaut worden. “Die brannte aber 1766 ab„, so der Kirchenrats-Vertreter.

Erst in den Jahren 1799 bis 1804 sei das heutige Gotteshaus gebaut worden. Der Kanzelaltar wurde 1865 ergänzt. Im gleichen Jahr habe die Burger Kirche ihre erste Orgel erhalten. 1904, genau hundert Jahre nach der Fertigstellung des ursprünglichen Gebäudes, sei die Sakristei angebaut worden.

“Früher hatte die Burger Kirche 2000 Sitzplätze und jeder war mit einem Namen versehen„, sagt Siegbert Budischin. Einige Namen seien noch heute lesbar.

Nach der jüngsten Kirchensanierung verfügt die Burger Kirche nur noch über 1300 Plätze. “So haben wir Raum für die Auftritte von Chören und Aufführungen der biblischen Geschichte gewonnen„, so Budischin.