In den vergangenen zehn Jahren sind ehemalige Fließe reaktiviert, Gewässerstrukturen verbessert sowie die Fließgeschwindigkeit erhöht worden. Der Lehmannstrom im Unterspreewald oder der Rittekanal im Hochwald – hier läuft noch ein Bauvorhaben – sind Beispiele dafür. Die Wasserverteilung im staugürtelbeeinflussten Spreewald soll verbessert werden, dass untereinander verbundene Gewässerstrecken entstehen.

„Der Biotopverbund stand von Anfang an im Fokus. Über 30 Wanderhindernisse in den Fließen für Quappe und andere Fische wurden beseitigt“, erklärt Projektleiterin Christine Kehl. Ebenso stehe der Moorschutz im Vordergrund. Winterliche Überflutungen, wie im Stauabsenkungsgebiet Süd im Oberspreewald sollen dazu beitragen.

„Orientiert an gesetzten Zielen sollen künftig Methoden zur Erfolgskontrolle eingesetzt werden“, erklärt Biologin Kehl. Sie sollen zehn Jahre nach dem Ende der Projektlaufzeit 2013 verwirklicht werden. Fließgeschwindigkeiten in wiederangeschlossenen Altarmen sollen demnach gemessen, die für die Tiere so wichtige Struktur der Gewässer systematisch aufgenommen und Grundwassermesspegel ausgewertet werden. Fachleute werden die Vegetation an bestimmten Stellen ganz genau beobachten.

Neben objektiv messbaren Faktoren, wie zum Beispiel der Fließgeschwindigkeit des Wassers, spielen auch ganz lebendige „Faktoren“ eine große Rolle. Frank Fredrich ist Fischereibiologe und kennt seit Langem die Fischfauna des Spreewaldes. Sein Spezialgebiet sind die Methoden und Ergebnisse des Befischens an den Fischaufstiegsanlagen. „An der Neuen Polenzoa im Hochwald, an Janks Buschfließ im Oberspreewald und am Hartmannsdorfer Randgraben im Unterspreewald sind gut funktionierende Anlagen entstanden. Sie entsprechen dem anspruchsvollen Stand der Technik, damit Quappe und Co. wieder eine Chance zur Wanderung erhalten“, erläutert der Fischereibiologe.

Allerdings bleibe bei der Vielzahl der Wehre und Staue im Gebiet auch nach Projektende noch eine Menge zu tun, um die Durchgängigkeit an wenigstens den wichtigsten Gewässerstrecken komplett herzustellen, so der Biologe.

Dem Thema „Pflanzen“ widmet sich Projektmitarbeiterin Anne Röver. Hochwasser und strenge Winter haben für das Naturschutzgroßprojekt einige Schwierigkeiten gebracht. „Trotzdem ist es uns im Sommer gelungen, die Revitalisierung der Stauabsenkung Süd – abzuschließen“, berichtete Röver.

Eine knappe Million Euro werden 2011 insgesamt in die wasserbaulichen Maßnahmen investiert. Bis Ende 2013 werden weitere 1,1 Million in die komplette ökologische Durchgängigkeit der Unteren Wasserburger Spree, die Revitalisierung des Kaatschkanals und die strukturelle Aufwertung des Gänsefließ im Unterspreewald folgen.