"Wenn alles noch kahl ist, blühen im Tertiärwald schon die Kobushi-Magnolien (Magnolia kobus)", erzählt Ursula Striegler, die gemeinsam mit ihrem Ehemann und dem Naturwissenschaftlichen Verein der Niederlausitz in Cottbus ein museales Kleinod geschaffen hat. Die kleinen Bäume oder Sträucher, selbst noch ohne Blätter, haben zahlreiche große weiße Blüten und sind durch den ganzen Tertiärwald zu sehen. "Der Tertiärwald im Cottbuser Spreeauenpark ist eine lebende Nachbildung eines Urwaldes der Braunkohlezeit vor zehn Millionen Jahren mit fossilem Mammutstubben, Kohlemoor und Findlingsallee", sagt sie. Gewächse, die dort angesiedelt sind, ähneln jenen, die damals gewachsen sind. Wenn man sich der Anlage nähert, sieht man schon am Kohlemoor zwei Magnolien, weitere sieben stehen weiter hinten. "Dieses Jahr blüht eine Magnolie am Spreedamm sehr schön", berichtet Ursula Striegler. Diese sei eine Besonderheit. "Es ist ein Exemplar von Loebners Magnolie (Magnolia loebneri), eine Kreuzung der Kobushi-Magnolie mit der Stern-Magnolie." Diese Kreuzung wurde kurz vor 1920 in Dresden-Pillnitz von Max Loebner erzielt, erzählt die Expertin. "Sie unterscheidet sich durch zwölf Blütenblätter von der Kobushi-Magnolie mit sechs Blütenblättern."In Senken, die nicht vom Flusshochwasser erreicht wurden, breiteten sich Moorgebüsche aus, die deshalb nährstoffarm sind und starken Schwankungen des Grundwasserstandes, von vollständiger Überschwemmung bis zur Austrocknung, unterliegen.Zu den Frühlingsblühern gehört in diesem Gebiet das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria). Die gelben Blüten rechts und links des Weges im Buchenwald sind nicht zu übersehen. Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) mit roten bis blauvioletten trichterförmigen Blüten findet der Besucher im Buchenwald, vor allem in Nähe des Info-Stützpunktes.Busch-Windröschen (Anemone nemorosa) sind an verschiedenen Stellen zu entdecken. So im beispielsweise im Eichen- oder Auwald.Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides) wächst in einzelnen Exemplaren im Buchenwald in Altwassernähe.